1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Brandstifterin muss in die Psychiatrie

Dormagen : Brandstifterin muss in die Psychiatrie

Das Düsseldorfer Landgericht hat jetzt mit der Brandstifterin aus dem Alten- und Pflegeheim "Haus Hildegard" kurzen Prozess gemacht: Die Richter wiesen die 32-Jährige als dauerhafte Gefahr für die Allgemeinheit in eine geschlossene Anstalt ein.

Die junge Frau hatte im Verfahren gestanden, Anfang März die Matratze in ihrem Zimmer angezündet zu haben. Ihr Motiv: Kälte, das Feuer sollte sie wärmen. Ungläubig fragte der zuständige Richter immer wieder nach, was sich Ella K. bei ihrem "Heizversuch" gedacht hatte. Die 32-Jährige blieb jedoch bei ihrer eigenartigen Erklärung. "Die Heizung war aus, meine Beine und Füße waren ganz taub, mein ganzer Körper schon blau", gab die als vermindert intelligent geltende Dormagenerin zu Protokoll, "da hab ich ein Feuerzeug genommen und die Matratze angezündet." Eine Gefahr habe sie darin nicht gesehen.

"Ich wusste ja, dass wir eine Brandmeldeanlage haben. Ich hab mir gedacht, die Feuerwehr wird schon kommen." Als der Richter ihr erklärte, dass durch den Brand das ganze Zimmer verwüstet worden sei, meinte die Angeklagte nur, es sei dann wenigstens aber auch warm gewesen. "Heute weiß ich allerdings, dass das ein Fehler war", murmelte sie. Anders als ursprünglich von der Staatsanwaltschaft angenommen war ein Streit mit anderen Heimbewohnerinnen wohl nicht der Grund für die Tat. Den Streit habe es zwar gegeben, so Ella K., mit der Brandstiftung habe das aber nichts zu tun gehabt.

"Letztlich hat das Gericht die Angeklagte wegen Schuldunfähigkeit vom Vorwurf der Brandstiftung freigesprochen", erklärte Landgerichts-Sprecher Peter Schütz, "die Frau ist aber dennoch in eine geschlossene Anstalt eingewiesen worden." Heißt: Die 32-Jährige war zum Tatzeitpunkt aufgrund ihrer psychiatrischen Erkrankung und Intelligenzminderung nicht in der Lage, das Unrecht ihres Handels einzusehen. Da aber gleichzeitig von ihr auch zukünftig weitere, erhebliche Straftaten zu erwarten seien, hat das Gericht ihre Einweisung in eine psychiatrische Klinik angeordnet. Diese darf sie erst wieder verlassen, wenn sie als geheilt und ungefährlich gilt.