1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Brandschutzbedarfsplan verabschiedet

Dormagen : Brandschutzbedarfsplan verabschiedet

Der Stadtrat hat den Brandschutzbedarfsplan beschlossen. Jetzt sollen die Maßnahmen umgesetzt werden, um das Fehlen der Freiwilligen Feuerwehrkräfte tagsüber auszugleichen. Zurzeit füllt die Berufsfeuerwehr die Lücken.

Feuerwehr-Chefin Sabine Voss ist froh, dass die Politiker in der Ratssitzung am Donnerstag den aktualisierten Brandschutzbedarfsplan verabschiedet haben. "Jetzt können wir die Maßnahmen umsetzen, damit tagsüber wieder mehr ehrenamtliche Feuerwehrkräfte im Einsatz sein können", sagt Sabine Voss.

Denn die Feuerwehr Dormagen benötigt dringend mehr Ehrenamtler, um die Einsatzorte innerhalb der vorgeschriebenen Zeit zu erreichen. Zurzeit überbrücken die 70 hauptamtlichen Kräfte die entstehenden Lücken durch Überstunden, die Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann als Sofortmaßnahme angeordnet hat. "Diese zusätzlichen Arbeitsstunden müssen so schnell wie möglich wieder reduziert werden", fordert Voss.

Nicht nur der demografische Wandel, sondern auch die immer schlechter werdende Freistellung der Ehrenamtler durch die Arbeitgeber macht der Feuerwehr Dormagen zu schaffen. Da viele Dormagener auch in Nachbarstädten arbeiten, können sie aus zeitlichen Gründen nicht zu den Brandeinsätzen hinzugezogen werden, weil ihr Anfahrtsweg zu weit ist. Außerdem hat die Feuerwehr festgestellt, dass einige Arbeitnehmer Angst um ihren Job haben, wenn sie sich für ihre ehrenamtliche Arbeit als Feuerwehrleute freistellen lassen.

Im Brandschutzbedarfsplan sind einige Konzepte aufgeführt, wie trotz Ehrenamtler-Mangel am Tag die vorgeschriebene Hilfsfrist eingehalten werden könnte: zum Beispiel mit der Zusammenlegung von Feuerwehrwachen oder dem Neubau an anderer Stelle. Dazu hatte CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer im Rat die Verwaltung gebeten, für den Hauptausschuss die Wechselwirkungen von neu geplanten und zusammengelegten Feuerwachen aufzuzeigen.

Für den Löschzug Delhoven, der voraussichtlich auch bis 2020 nicht die Sollstärke erreicht haben wird, gibt es die Überlegung, eventuell mit dem Löschzug Straberg ein gemeinsames Gerätehaus zu errichten. Für den Löschzug Stürzelberg, dessen Gerätehaus ebenfalls sanierungsbedürftig ist, plant die Stadt auf Vorschlag der dort Aktiven einen Neubau in Richtung Am Weißen Stein. Die Feuerwehr würde damit näher an die B 9 rücken und könnte auch das bisher schwach versorgte Gewerbegebiet St. Peter/Delrath besser erreichen.

Zudem soll unter anderem für den Löschzug Mitte kurzfristig eines der Fahrzeuge an der Hauptwache im Gewerbegebiet TopWest stationiert werden. Dort können die Mitglieder aus Horrem und Dormagen-Nord zügiger ausrücken. Mit neuen Schnellfahrzeugen und einer veränderten Alarmierung will die Feuerwehr ebenfalls ihre Ausrückzeiten verbessern.

Zuletzt war der Brandschutzbedarfsplan 2007 erstellt worden, der nächste soll bei Bedarf, spätestens 2017 fortgeschrieben werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Brand in Dormagener Spedition: Der Tag danach

(NGZ/EW/url)