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Dormagen: Blutspender dringend gesucht

Dormagen : Blutspender dringend gesucht

Die Vorräte an Blutkonserven am Kreiskrankenhaus in Dormagen sind knapp bemessen. Durch den medizinischen Fortschritt ist der Verbrauch gestiegen. Das Deutsche Rote Kreuz appelliert an die Bürger, Blut zu spenden.

Mehr als 62 Liter Blut hat Klaus Kleinalstede in seinem Leben bereits gespendet. Dafür ließ er sich 125 Mal beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Blut abnehmen — unentgeltlich. Für seine Spendenbereitschaft ist Kleinalstede jetzt von der DRK-Ortsleiterin Irmi Rothmann geehrt worden.

Rothmann nutzt den Anlass, um noch mehr Menschen zum Blutspenden zu bewegen. "Es kann nie zu viele geben", sagt sie. Denn die Vorräte sind knapp bemessen. "Blut ist zunehmend Mangelware", sagt Burkhard Jonen, Transfusionsmediziner am Kreiskrankenhaus in Dormagen.

Das DRK in Dormagen hat dieses Jahr bereits 20 Blutspendetermine angeboten. Laut Rothmann seien im Schnitt etwa 120 Personen dazu erschienen. "Das freut uns; aber es gibt noch viel mehr Menschen, die Blut spenden könnten. Laut Erhebungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) im hessischen Langen ist die Zahl der Vollblutspenden in den vergangenen zehn Jahren (2000 bis 2010) zwar kontinuierlich von 4,3 auf 4,9 Millionen gestiegen, gleichzeitig ist aber auch der Bedarf gestiegen.

Jonen: "Durch den medizinischen Fortschritt sind immer mehr Spenden nötig." Aufwändige Herzoperationen, Prothesen-OPs oder Organtransplantationen seien heute an der Tagesordnung. Für eine Lebertransplantation etwa werden bis zu 100 Blutkonserven (je 200 ml) benötigt, bei Notfallpatienten mit mehreren Verletzungen sind es ebenfalls schnell 20 bis 30.

Im Jahr werden am Kreiskrankenhaus in Dormagen etwa 3500 Konserven verbraucht. Der DRK-Blutspendedienst West versorgt die Kliniken in NRW. Zusätzlich wird das hiesige Krankenhaus von der Uni Köln beliefert.

In Notfällen, beispielsweise nach Unfällen mit mehreren Verletzten, komme es vor, dass frisches Blut mit dem Krankenwagen nachgeliefert werden müsse, erklärt Jonen. Das zeige: "Wir arbeiten immer am Limit." Deswegen rät auch er: "Wer gesund ist, sollte Blut spenden gehen. Man tut was Gutes, und es schadet dem eigenen Körper ja auch nicht."

Bei der Blutspende müssen die Freiwilligen einen Fragebogen ausfüllen: Krankheiten, Medikamente Drogenabhängigkeit, Allergien? Dann nimmt ein Arzt eine Blutprobe um den roten Blutfarbstoff zu überprüfen. Männer dürfen einen Wert von 13,5 Gramm pro Deziliter nicht unterschreiten, Frauen einen Wert von 12,5. Anschließende werden Blutdruck und Puls gemessen.

Da sollte der obere Wert zwischen 100 und 180 liegen. Ein halber Liter Blut werden dann entnommen. Dieses wird dann im Labor auf Viren und Bakterien untersucht. Der Spender erfährt also außerdem, ob er gesund ist.

(NGZ)