Dormagen: "Bismarck-Burger" begeistert die Gäste

Dormagen: "Bismarck-Burger" begeistert die Gäste

In der beliebten Kneipe "Haus Bismarck" mitten in Dormagen stellt sich das Zuhause-Gefühl nicht nur dienstags ein. Dann gibt es die Spezialität des Hauses, Reibekuchen in sechsfacher Ausführung. Freie Sitzplätze sind Mangelware.

Am Herd seiner Kneipe "Haus Bismarck" am Friedrich-Ebert-Platz mitten in Dormagen steht Uli Jung und wendet einen großen Reibekuchen im heißen Fett. Den serviert er gleich seinen erwartungsfroh-hungrigen Kunden. Die 35 Plätze im Gastraum sind dienstags immer schnell ausgebucht. Am "Reibekuchen-Tag" ist eine Reservierung nötig, um einen Sitzplatz - und einen köstlichen Reibekuchen - zu ergattern.

Foto: Tinter Anja

Sein "Geheim-Rezept" des Reibekuchenteigs will Uli Jung nicht verraten: "Dann kommen die Gäste nicht mehr zu mir", erklärt er schmunzelnd. Da das nicht wirklich zu befürchten ist, erlaubt er unserer Redaktion aber einen Blick in die Küche bei der Zubereitung der rheinischen Spezialität, für die Kartoffeln säckeweise frisch gerieben werden.

Foto: Tinter Anja

"Früher haben wir die Kartoffeln und die Zwiebeln noch selbst geschält, jetzt kriegen wir sie angeliefert, aber gerieben wird natürlich noch selbst", erläutert Jung, der vor 24 Jahren das "Haus Bismarck" übernommen hat, und seither die Reibekuchen im Angebot hat: "Sie laufen super", sagt er.

Gleich in sechs durchaus ungewöhnlichen Varianten bietet er die Reibekuchen an: Als dreifacher "Klassik"(er) mit Apfelmus oder Rübenkraut oder Quark, als "Spezial" mit Salami, Tomate, Peperoni und Käse überbacken, in "Fein" mit Lachs, garniert mit Salat, Zwiebeln, Meerrettich und Ei, oder als "Bismarck Burger" (BB): doppelter Reibekuchen mit Quark, Tomate und Salat. Den BB bekommt man auch als "Halber Bismarck Burger" mit "nur" einem Reibekuchen mit Quark, Tomate und Salat.

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Und das alles für einen Preis zwischen zwei und vier Euro für die riesigen Portionen. "Da haben mich Freunde einmal schön auflaufen und mich gewohnheitsmäßig drei Reibekuchen bestellen lassen, ohne mich auf die großen Portionen hinzuweisen", berichtet ein Gast lachend. Die bekamen dann was ab.

Auch andere rheinische Spezialitäten wie Rinderroulade mit Salzkartoffeln und Rotkohl, Sauerbraten - vom Pferd - mit Knödel und Apfelkompott oder Muscheln "Rheinische Art" (September bis Februar, nur auf Vorbestellung) stehen bei Uli Jung auf der Speisekarte. "Es ist wichtig, die rheinischen Traditionen hoch zu halten", meint der Wirt, der sich auf seine Stammkundschaft verlassen kann.

Denn die fühlen sich im "Haus Bismarck" wie Zuhause, das bestätigen auch die beiden Dormagener Christa und Wolfgang Sauer, die seit mehr als zehn Jahren regelmäßig die Traditionskneipe aufsuchen. "Hier ist es sehr gemütlich, die nette Bedienungen sind warmherzig, und alles schmeckt uns hier sehr gut", fasst Christa Sauer ihre Begeisterung zusammen. Und das kulinarische Kompliment bezieht sich nicht nur auf die Reibekuchen, wie Wolfgang Sauer bestätigt: "Wir genießen das Essen und die gute Gemeinschaft hier bei Uli Jung."

Auf seine Gäste lässt Uli Jung nichts kommen: "Es macht mir Spaß, die Leute zu bewirten und mit ihnen zu klönen", sagt der "Kneipier aus Leidenschaft", der nach mehr als 20 Jahren bei Bayer seine Berufung gefunden hat. Der Dormagener - ein Jahr jünger als seine 1957 gegründete Kneipe - führt sie ohne Schnickschnack, auch deshalb ist sie bei Stammgästen, die gern Karten kloppen, Schocken oder einfach Kölsch trinken, so beliebt.

(NGZ)
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