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Bibliotheksabend zu Köln im Kloster Knechtsteden

Bibliotheksabend Knechtsteden : Bibliotheksabend: Köln ist Deutschlands religiöse Hauptstadt

Beim Bibliotheksabend in Knechtsteden war der Kölner Autor Ulrich Harbecke zu Gast.

„Herzlich willkommen zu einem heißen Bibliotheksabend“ begrüßte Pater Hermann-Josef Reetz (75) die rund 30 Besucher des monatlich stattfindenden Literaturabends in der historischen Bibliothek des Klosters Knechtsteden. Das war nicht nur auf das Wetter bezogen: Denn der Autor Ulrich Harbecke (75) hat mit seinem bekanntesten Roman „Der gottlose Pfarrer“ 1995 reüssiert. „Aber ich habe auch ‚Der gläubige Kardinal’ geschrieben“, verteidigte sich Harbecke, bis zu seiner Pensionierung Leiter der Redaktion „Religion, Philosophie und Kultur“ beim WDR. Zwar ging es jetzt auch um „gottlos“ und „gläubig“, vor allem aber über das Opus maximum des Kölner Autors, seine umfassende Bestandsaufnahme „Das Kölner Buch der Religionen“. Das 2009 erstmals verlegte Werk hat er überarbeitet und 2017 neu herausgebracht. „65 Prozent der Kölner gehören einer Glaubensgemeinschaft an, Köln ist damit religiöse Hauptstadt Deutschlands“, versichert der Autor, der für Köln 120 Religionsgemeinschaften – von Advaita Vedanta und Alevitentum bis Yoruba Religion und Zen – auflistet. Nicht berücksichtigt hat er Sekten, „die ohnehin wie Scientology keine religiösen, sondern nur wirtschaftliche Zwecke verfolgen“. Für ihn gehört aber die „Metropolitan Community Church“ dazu, die Schwulen und Lesben eine Heimat bietet.

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Der Autor schwärmt von der Architektur, den Bildern und der Kultur der Religionen, denen er bei seiner „Expedition ins Innerste einer Stadt“ begegnet ist. Asiatische Religionen gehören in großer Vielfalt dazu, sie bieten Inseln der Konzentration und der Stille - und der friedvollen Gemeinschaft: In Köln-Heumar unterhalten afghanische Hindus und Sikhs, die sich sonst bis aufs Blut bekämpfen, einen gemeinsamen Tempel. Diese Gemeinschaft steht für Frieden, Kultur und Erziehung. Für den Autor steht nach den positiven Erfahrungen seiner umfassenden Recherchen fest: „Eine Gesellschaft, die nicht zum interreligiösen Dialog bereit ist, hat sich selbst verwirkt.“

Leider litt die Aussprache nach dem interessantem Vortrag sehr darunter, dass der Bibliotheksabend im Kloster Knechtsteden auf technische Hilfsmittel (Mikros) verzichtete.