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Dormagen: Bibliothek: Weniger Geld für Neuanschaffungen?

Dormagen : Bibliothek: Weniger Geld für Neuanschaffungen?

NRW will bei der Kultur den Rotstift ansetzen. Die Projektförderung der Stadtbücherei könnte davon betroffen sein.

1995 rief Richard von Weizäcker den "Tag der Bibliotheken" ins Leben. Fast zwei Jahrzehnte später ist es um die Bildungseinrichtungen schlecht bestellt, die Landesregierung will ihre Förderung weiter kappen. Und zwar ziemlich radikal. 5,5 Millionen Euro weniger sind geplant. Kein Wunder also, dass Claudia Schmidt, Leiterin der Stadtbibliothek, recht angespannt in die Zukunft blickt.

"Schon seit Jahren wird an der Kultur gespart. Das geht an die Substanz", erklärt Schmidt. Seit 15 Jahren leitet sie die Geschicke der Dormagener Stadtbibliothek — und weiß: In Zeiten von leeren Kassen und landesweiten Sparmaßnahmen ist es keine leichte Aufgabe, ein vielfältiges Angebot für die Bürger auf die Beine zu stellen. "Deshalb sind wir auch künftig auf die Projektförderung der Landesregierung angewiesen", betont Schmidt.

Zurzeit kann die Bücherei-Leiterin mit einem Etat von rund 740 000 Euro planen, für den die Stadt ganz allein aufkommt. "Das Land bezuschusst lediglich Projektanträge", erklärt Schmidt. Immerhin: Kommunen, die sich wie Dormagen im Haushaltssicherungskonzept befinden, könnten mit einen höheren Fördersatz rechnen. Für 2013 hofft Schmidt auf einen Zuschuss für die Anschaffung von E-Books. "Die Frist für den Projektantrag endet am 31. Januar. Ich rechne jedoch nicht vor Mai mit einer Antwort."

Klamme Kassen und weniger Geld für Großprojekte: Welche Folgen hat die Entwicklung für die Nutzer? Schmidt: "Auch in Dormagen müssen Schwerpunkte gesetzt werden. Wobei anderes auf der Strecke bleibt." So wie die Abschlussparty für den Sommer-Lese-Club für Jugendliche. Die wurde bereits gestrichen. Als Ausweg sieht Schmidt "vielleicht noch" das Sponsoring — das man sich allerdings mit anderen Kultureinrichtungen teilen müsse.

Ebenfalls alarmierend: Laut einer Umfrage des Deutschen Bibliotheksverbands mussten in 2012 zwölf Prozent der Bibliotheken ihre Öffnungszeiten reduzieren. Ein Szenario, von der die Chemiestadt laut Schmidt "erst einmal" nicht betroffen ist. "Aber wer weiß schon, wie das in fünf Jahren aussieht."

(NGZ/url)