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Dormagen/Düsseldorf: Bewährungsstrafe für Softair-Schützen

Dormagen/Düsseldorf : Bewährungsstrafe für Softair-Schützen

Mit einer Bewährungsstrafe und einem dreimonatigen Führerscheinentzug ist am Landgericht Düsseldorf der Prozess gegen einen 21-jährigen Kellner aus Dormagen zu Ende gegangen. Der junge Mann hatte im Prozess gestanden, im Sommer 2010 mehrfach aus seinem fahrenden Auto heraus mit einer Softair-Waffe geschossen zu haben.

Dabei waren ein Mann und eine Frau jeweils getroffen und verletzt worden. Bei beiden Opfern entschuldigte sich der Angeklagte am Freitag im Prozess.

"Das war einfach eine grandiose Idee", murmelte der 21-Jährige kleinlaut, "es tut mir wirklich leid, was da passiert ist." Zerknirscht saß der mehrfach vorbestrafte Gelegenheitsarbeiter auf der Anklagebank im Landgericht, eine Erklärung für seine Schüsse aus dem fahrenden Auto heraus konnte er trotz mehrmaligem Nachfragen des Richters nicht so recht liefern. Es habe ihm Spaß gemacht, Ziele zu treffen, Menschen habe er allerdings nicht verletzen wollen, so die Angaben des Angeklagten.

Nicht viel hatte allerdings gefehlt, und die Schießerei hätte erhebliche Folgen gehabt: Auf der Saint-Andre-Straße in Nievenheim nämlich wurde ein Radfahrer nur knapp unterhalb des Auges getroffen. "Ich sah das Auto mit dem Angeklagten kommen, es wurde immer langsamer, als ich an einer Ampel lehnte", so der 43-Jährige am Freitag vor Gericht, "dann zielte er mit der Pistole auf mich und schoss." Unterhalb des Auges habe er einen brennenden Schmerz verspürt. "Ich habe noch Glück gehabt", meinte der Mann. Er bekommt vom Angeklagten nun 300 Euro Schmerzensgeld.

Glimpflicher verlief der Schuss auf eine Frau, die bei "McDonalds" an der Moselstraße in Neuss im Außenbereich gesessen hatte. Sie wurde vom Angeklagten mit einer kleinen Plastikkugel am Bein getroffen.

Waffe an der Schießbude auf der Kirmes gewonnen

Die frei im Handel erhältliche Waffe hatte der 21-Jährige erst wenige Wochen vor der Tat gewonnen — und zwar an einer Schießbude auf der Kirmes. Anschließend hatte er sie in sein Auto gelegt und war damit zusammen mit einem Freund umher gefahren.

Nach einer ganzen Reihe von Verurteilungen wegen Sachbeschädigung, Diebstahl und Körperverletzungen soll damit jetzt Schluss sein. "Ich will in Zukunft ein ruhiges Leben ohne Polizei und Ärger führen", sagte der 21-Jährige vor Gericht. Durch die Bewährungsstrafe hat er dazu alle Chancen — sollte er allerdings erneut straffällig werden, könnte die Bewährung auch widerrufen werden.

(NGZ)