Bettina-von-Arnim-Gymnasium fördert Medienkompetenz

Digicamp mit Workshops : BvA fördert die Medienkompetenz

Drei Tage lang beschäftigten sich alle siebten Klassen des Gymnasiums mit der digitalen Welt. Dabei wurden sowohl Chancen, als auch Risiken beleuchtet. Auch die Eltern wurden von Fachleuten informiert.

Theodor Lindner sieht das Thema differenziert. Der Leiter des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums glaubt nicht, dass Jugendliche grundsätzlich fitter sind im Umgang mit digitalen Medien als die Generation ihrer Eltern. Im oberflächlichen Gebrauch von Smartphone und Co. möge das zwar der Fall sein. Aber was sei, wenn man tiefer in die Materie einsteige? „Mir ist es wichtig, die Schüler mündig zu machen für den digitalen Raum und dabei beide Seiten zu sehen: die Chancen und die Risiken“, betonte Lindner am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Da stand das erste Digicamp an der Schule kurz vor dem Abschluss, in dem alle Siebtklässler des BvA in den vergangenen drei Tagen an verschiedenen Workshops teilnehmen konnten, in denen es um die neuen Medien ging. Das Gymnasium hatte sich dazu auch externe Kompetenz an Bord geholt. Das Bildungsinstitut BG 3000 aus Bonn, das acht Fachleute aus der digitalen Welt als Referenten engagiert hatte und bei dem Projekt mit der Barmer Krankenkasse kooperiert, hatte die Organisation übernommen. Die Beteiligung der Krankenkasse war kein Zufall. Denn es ging auch um die Aspekte, dass die Nutzung digitaler Medien Einfluss auf die Gesundheit haben kann. Doch auch hier gilt: Es gibt Vor- und Nachteile. Zwar drohen Suchtverhalten, Bewegungsmangel, Defizite bei der Ernährung und physischer sowie psychischer Stress, etwa durch Cybermobbing. Auf der anderen Seite aber bietet die Digitalisierung auch Chancen für eine gesunde Lebensweise. So gibt es Apps für ein besseres Hörvermögen, virtuelle Spiele für geistige und körperliche Fitness und sogar digitale Therapien zur Vorbeugung von Depressionen oder Bekämpfung von Suchterkrankungen.

Beim Digicamp kamen auch Nutzungsmöglichkeiten der digitalen Medien für Schule und Lernen nicht zu kurz. „Einige waren regelrecht erstaunt, dass man mit iPads auch arbeiten kann“, erzählte Thomas Vatheuer, stellvertretender Schulleiter am BvA, schmunzelnd. Sein Lehrerkollege Thomas Sauer schloss sich an. Manche Schüler hätten die Geräte nur als „Daddelmaschine“ verwendet, „dass man sie auch lernproduktiv einsetzen kann, war ihnen gar nicht klar“. Am Donnerstag konnten die Siebtklässler aus vier Workshops jeweils zwei auswählen, in denen es vor allem darum ging: „Bloggen, wie es Dir gefällt“, „Prezi Powerpoint war gestern“, „ipads&Co.“ sowie „Geschichten fürs Ohr: Podcast, Beiträge und Co.“. Die besten Ergebnisse aus diesen Workshops stellten die Schüler zum Abschluss am Freitagmittag vor. Zum Auftakt am Mittwoch hatten sie sich auch mit dem Thema Sicherheit und Respekt im Netz und mit Suchtgefahren beschäftigt.

Vatheuer und Sauer sparten indes ein Problem nicht aus bei ihrem Resumee: Die digitale Ausstattung der Schule sei zum Teil veraltet und untauglich. Auch die Zahl der ipads sei mit 15 Geräten zu gering. Da sei es gut gewesen, dass einige Schüler ihre eigene Ausstattung mitgebracht hätten. BvA-Leiter Lindner lobte unterdessen die „Beweglichkeit“ seines Kollegium, das sich für die Herausforderungen der neuen Medienwelten aufgeschlossen zeige. „Verweigerer haben wir gar nicht mehr“, sagte er. Die Pädagogen hatten im vergangenen Jahr bereits an einer entsprechenden Fortbildung teilgenommen, im Juli dieses Jahres an einer weiteren.

Das Digicamp hatte jetzt sogar interessierte Eltern eingebunden, für die es eine Extra-Veranstaltung gegeben hatte. Der Zuspruch sei mit mehr als 20 Teilnehmern gut gewesen, urteilte Theodor Lindner.

Mehr von RP ONLINE