Dormagen: Beseitigung der Sturmschäden birgt Gefahren

Dormagen: Beseitigung der Sturmschäden birgt Gefahren

Die Wege in den Dormagener Wäldern sind wieder frei, doch Orkan "Friederike" wirkt trotzdem noch nach.

Auch vier Wochen, nachdem Orkan "Friederike" mit verheerender Kraft über weite Teile Deutschlands hinweggefegt ist, sind dessen Auswirkungen in Dormagener Wäldern noch zu bemerken. Die Wege für Spaziergänger sind zwar längst wieder freigeräumt; das sei nach zwei bis drei Tagen erledigt gewesen, berichtet der Dormagener Revierförster Theo Peters. Doch das meiste von dem Holz, das außerplanmäßig angefallen ist, weil zahlreiche Bäume umstürzten, muss noch aufgearbeitet werden, wie Peters erklärt. Allein im Knechtstedener Wald seien das sicher 300 Festmeter.

Unter "Aufarbeitung" verstehen die Fachleute, dass die Stämme entastet und auf bestimmte Längen geschnitten werden, damit sie anschließend zum Verkauf angeboten werden können. Das allerdings ist mitunter eine durchaus gefährliche Arbeit, wie Peters erläutert: "Die Stämme liegen teilweise kreuz und quer und stehen oft unter großer Spannung. Da muss man sehr aufpassen. Die Aufarbeitung sollte man möglichst immer mithilfe von geeigneten Maschinen erledigen."

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Vom Windbruch durch "Friederike" seien im Knechtstedener Wald vor allem Fichten betroffen, doch es habe auch viele Kronenbrüche gegeben, zum Beispiel bei Eichen. Das bedeutet, dass immer noch Vorsicht geboten ist, denn angeknackste Astteile können auch jetzt noch von den Bäumen herabstürzen. "Das Betreten des Waldes geschieht immer auf eigene Gefahr", erinnert der Revierförster. Deshalb solle niemand ein unnötiges Risiko eingehen und stets die Augen offen halten.

Bei dem durch den Sturm angefallenen Nadelholz treibt Peters eine andere Sorge um. Bleibt es zu lange unverarbeitet liegen, trocknet es ein und kann dann ein gefundenes Fressen für Schädlinge wie den Fichtenborkenkäfer sein. Dieser und der sogenannte Kupferstecher besiedelt meist dünnrindige Bereiche gestresster oder frisch abgestorbener Bäume. Dies kommt besonders oft nach starkem Schneefall, Trockenheit oder eben nach Sturmschäden vor. Ein sorgfältiger Waldbau ist eine wichtige Vorbeugung gegen Borkenkäferbefall.

(ssc)