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Benefiz-Konzert in Dormagen: Für die Betroffenen der Flutkatastrophe

Basilika Knechtsteden : Benefiz-Konzert für die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe

Beinahe in Rekordzeit brachte Organisator Shawn Kühn Künstler seiner Wahl zusammen, die am Sonntag ein wunderbares Konzert zugunsten der Geschädigten der Flut gestaltet haben.

Von Klaus Niehörster
„Jetzt ist die Zeit der Anteilnahme, aber auch des solidarischen Handelns“, sagt Pater Emeka Nzeadibe, Superior der Kommunität Knechtsteden. Das Konzert fand in der Basilika Knechtsteden statt.  Der Pater gehe es um „Nächstenliebe, die in Zeiten der Not besonders angezeigt ist“. In einer sehr gut besetzten Basilika, wie sie sich die Pater auch zur anschließenden Messe gewünscht hätte, begrüßte er die Besucher.

Mit den überwiegend in Moll gesetzten Stücken hatte Shawn Kühn eine sehr gute Wahl getroffen. Bekanntes und Vertrautes wechselte sich ab mit Ausflügen in die moderne Klassik geistlicher Musik. Lioba Mollenhauer, Sopran, Maurin Biertz, Tenor, Andreas Biertz, Saxofon und Piano, und Shawn Kühn selbst an der Orgel waren die Akteure. Ein Kammerchorensemble unter der Leitung von Feliks Sokol brachte A-cappella-Klänge in die Basilika. Und Uwe Gödecke zeichnete für die Tontechnik verantwortlich.

Bei dieser Gruppierung waren die unterschiedlichsten Besetzungen möglich. Orgel mit Sopran, Saxophon mit Piano, eine beeindruckende eigene Komposition für Orgel  („Suite“) brachte Shawn Kühn zu Gehör. Und bereits beim vertonten Psalm „Der Herr ist mein Hirte“ hing jedermann gebannt an den Lippen des dezent von Feliks Sokol geleiteten Kammerchorensembles.

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Caccinis „Ave Maria“ gestalteten Shawn Kühn an der Orgel und Lioba Mollenhauer mit ihrem die Basilika füllenden Sopran. Faurés „Requiem in D“, wiederum treffend interpretiert von der stimmgewaltigen Lioba Mollenhauer, berührte die Herzen. Shawn Kühn spielte auf der Orgel eine nicht jedermann vertraute „Sonata in C“ von J.B. Loeillet. Trotz betrübter Largo-Tonlage kam das Stück teilweise melodiös beschwingt rüber. Auszüge aus Joseph Haydns „Jahreszeiten“ mit der zu interpretierenden Aussage „Dem Druck erlieget die Natur“  waren aus gegebenem Anlass mehr als eine Anspielung.

Gebet und Segen für die Opfer Flutkatastrophe ließ sich Pater Emeka nicht nehmen. Und was kann das im Rheinland wohl anderes sein als Verse und eine Weise von den Kölner Musikern „Bläck Fööss“? Was hätte noch mehr in die Herzen gehen können als das lauthals geschmetterte „En uns´rem Veedel“? Ist sein Konzept für diesen Nachmittag also aufgegangen? So lautete die Frage an Organist Shawn Kühn. „Voll und ganz“, antwortete der strahlend. Und die Spendenkörbe waren randvoll.