Bemalte Steine reisen von Dormagen um die Welt 

Rhein-Steine in Dormagen : Bemalte Steine reisen um die Welt

Die Idee hinter „RheinSteine“ ist simpel: Bemalte Steine mitnehmen, bei Facebook posten und sie wieder aussetzen.

Ob in der S-Bahn, in Geschäften oder draußen in der freien Natur: Der Kreativität ist keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, die eigens oder von anderen bemalten Steine draußen für andere sichtbar auszusetzen. Einige Steine tragen weise Sprüche oder bunte Motive und wiederum andere sind wahre Kunstwerke. Als die Dormagenerin Diane Rollert vor zweieinhalb Wochen einen bemalten Stein in Zons am Rhein fand, wusste sie nicht, was es damit auf sich hatte. Den entscheidenden Hinweis fand sie auf der Rückseite des Steins, die auf die Facebookgruppe #RheinSteine‘ verwies. Neugierig geworden, schaute sie dort nach und war sofort begeistert. „Ich habe den Stein daraufhin in die Gruppe gepostet und wieder an anderer Stelle ausgesetzt“, erklärt Rollert. „Es ist eine sehr schöne Idee für jedermann, insbesondere auch für Kinder.“

#RheinSteine lautet der Name der von der Düsseldorferin Kirsten Ihde-Schnarr im März initiierten Facebookgruppe. Mit mittlerweile über 1500 Mitgliedern, darunter viele Mitglieder aus Dormagen, hat die Gruppe eine Dimension erreicht, die sie sich nicht hätte träumen lassen. Entscheidend für sie war es, mit der Idee zu einem stärkeren Familienzusammenhalt beizutragen. „Gemeinsame Spaziergänge und die Freude über die bunten Steine stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie“, meint sie. Aber auch ein Gemeinschaftsgefühl zwischen Fremden wird durch den gemeinsamen Spaß an der Sache mittels der Facebookgruppe ermöglicht. Von Kleinkindern bis zum Rentner sind alle Altersklassen in der Gruppe vertreten. Ob aktiver Nutzer, stiller Beobachter oder netter Kommentierer, unwichtig sei niemand. Und auch die Zahl der männlichen Mitglieder steige stetig an. Einige Nutzer hätten so viel Freude an der Idee, dass sie die Steine bis nach Spanien mitnähmen und auch im Urlaub weiter Steine bemalten. Auch in Schottland sei einer der ‚RheinSteine‘ bereits aufgetaucht.

Beispiele aus dem Fundus von Diane Rollert. Foto: Klaus Schumilas schum

Abgeschaut hat sich Ihde-Schnarr die Idee aus ihrer Heimat Schleswig-Holstein, wo die bemalten Steine bereits einen hohen Bekanntheitsgrad genießen. Nachdem sie schon seit einiger Zeit nun in Düsseldorf lebt, ist ihr aufgefallen, dass es in einer anonymen Großstadt deutlich schwieriger ist, ihre ‚RheinSteine‘ zu promoten. Daher hat sie gerade zu Beginn sehr viel Zeit und Energie aufwenden müssen, um die Idee im Umfeld bekannt zu machen.

Als Inspiration für eine ansprechende Gestaltung können die Jahreszeiten oder die Form der Steine helfen, das richtige Motiv zu wählen. Aber im Grunde ist alles erlaubt, was kreativ ist und dem Finder ins Auge fällt. Den ersten Stein, den die Dormagenerin Diane Rollert als frisch eingetretenes Gruppenmitglied gestaltet und ausgesetzt hat, ziert ein Mandala-Motiv. Ob er bereits gefunden wurde, weiß sie allerdings nicht. In der Facebookgruppe gepostet wurde er zumindest noch nicht. „Natürlich laden nicht alle Menschen ihren gefundenen Stein in der Gruppe hoch“, sot Rollert. Das sei aber auch überhaupt nicht schlimm. „Am Ende geht es aber einfach darum, Anderen eine Freude zu bereiten.“

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