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Dormagen: Beirat als Sprachrohr für Dormagens Senioren

Dormagen : Beirat als Sprachrohr für Dormagens Senioren

Wolfgang Backes (78) ist Vorsitzender des neuen Seniorenbeirats. Um die Einrichtung des Gremiums hatte es zuvor Turbulenzen gegeben.

Mit einer anderthalbstündigen konstituierenden Sitzung hat der neue Seniorenbeirat der Stadt seine Arbeit aufgenommen. Eine sechs Punkte umfassende Geschäftsordnung wurde verabschiedet und Vorsitzender, Stellvertreter sowie Schriftführer wurden gewählt. Der 78 Jahre alte Wolfgang Backes ist der erste Vorsitzende des neuen Gremiums. Er ist auch Quartierssprecher des Stadtteilprojektes Horrem. Zu Backes' Stellvertreterin wurde Heidemarie Wenisch aus der Begegnungsstätte Markuskirche und zum Schriftführer Alfred Brüggemann vom Netzwerk 55plus gewählt.

Der neue Dormagener Seniorenbeirat vertritt die Interessen Älterer; v. l.: Peter Hein, Anne Schmitt, Alfred Brüggemann, Karin Tosserams, Klaus Popp, Anita Hauptmann, Heidemarie Wenisch, Ernst-Eduard von Mengden und Vorsitzender Wolfgang Backes. Foto: Linda Hammer/huk(Archiv)

Dass es am vergangenen Freitag zu dieser Sitzung gekommen ist, schien vor wenigen Tagen noch eher unwahrscheinlich. Denn die Jamaika-Koalition hatte im Hauptausschuss die Gründung des Seniorenbeirats erst einmal stoppen und das gesamte Verfahren auf "null" stellen wollen. In einer turbulenten Sitzung scheiterte sie jedoch, so dass der Seniorenbeirat in der Form, wie er von Anfang an — auch politisch — vorgesehen war, an die Arbeit gehen kann.

Wie tief die neun Mitglieder diese fast skandalöse Sitzung getroffen hat, verdeutlichte "Augenzeuge" Alfred Brüggemann zu Beginn der Sitzung des Seniorenbeirates in der AWO-Begegnungsstätte an der Friedensstraße: "Es wurde zwar von CDU, FDP und Grüne betont, dass die vorgeschlagenen Personen nicht diskreditiert werden. Ich hätte mich trotzdem so gefühlt, wäre es zur Aufhebung des Gründungsbeschlusses gekommen." Sein Eindruck war, dass "einige Mitglieder nicht gut vorbereitet waren, denn wie kann es sonst dazu kommen, dass die Entwicklung des Beirates nicht genau verfolgt wurde?" Das Neuner-Gremium, zu dem neben den drei "Vorstands"-Mitgliedern noch Anita Hauptmann (Kleingartenverein), Peter Hein (Netzwerk 55plus), Eduard von Mengden, Karin Toßerams (beide VdK), Klaus Popp (Arge der Selbsthilfegruppen) und Annemarie Schmitt (AWO) gehören, blickt zuversichtlich nach vorne. "Wir wollen uns thematisch möglichst breit aufstellen", sagt Wolfgang Backes, "es geht nicht um spezielle Einzel-Wünsche von Senioren, um die wir uns kümmern wollen. Wir verstehen uns nicht als Beschwerdestelle, sondern wollen generelle Ideen und Anregungen aufnehmen". Die werden dann, so ist es geplant, an die Verwaltung oder Politik weitergegeben. Dabei soll das Seniorenforum und Netzwerk 55 plus unterstützend helfen.

Um welche Themen kann es gehen? "Um alle", so Backes. In der Geschäftsordnung ist es so formuliert: "Zu den Aufgaben zählen Anforderungen, Wünsche und Defizite aus Sicht der Senioren zu erfassen, Lösungen zu erarbeiten, vorzuschlagen und die Umsetzung zu unterstützen." Wichtig: "Wir arbeiten unparteilich und überkonfessionell", betont Backes.

(NGZ)