BBZ Dormagen ist jetzt "Schule ohne Rassismus"

Titelverleihung in Dormagen : BBZ ist „Schule ohne Rassismus“

81 Prozent der Angehörigen des Berufsbildungszentrums stehen hinter der Aktion. Der Titel ist nicht nur Auszeichnung, sondern auch Verpflichtung für die ganze Schule, sich gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteile einzusetzen.

Manchmal dauert es etwas länger als geplant, bis das Ziel erreicht ist. Dann aber ist die Freude umso größer. Auf ein Projekt am Berufsbildungszentrum (BBZ) Dormagen trifft diese Einschätzung ganz sicher zu. Dem BBZ wurde gerade der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen, und der Jubel der Schulgemeinde bei einer Feierstunde im Foyer war groß. Denn jetzt ist klar, dass der beschwerliche Weg mit zuvor drei vergeblichen Anläufen, die aus unterschiedlichen Gründen gescheitert waren, ein gutes Ende gefunden hat.

Erheblichen Anteil an dem Erfolg dürfte die Mathematik- und Chemielehrerin Anja Demir haben, die das Projekt als Koordinatorin in die Hand genommen hatte. Der Wunsch, offiziell „Schule ohne Rassismus“ zu werden, sei aber von den Schülern selber gekommen, die sich auch in einer Projektgruppe engagiert hatten. 70 Prozent aller Angehörigen des BBZ, von den Schülern über die Lehrer bis hin zu Hausmeister und Putzkräften, hätten sich mit ihrer Unterschrift zur „Schule ohne Rassismus“ bekennen müssen, damit die Grundvoraussetzung erfüllt gewesen wäre – 81 Prozent sind es geworden, wie BBZ-Leiterin Kornelia Neuhaus nicht ohne Stolz berichtete. Der Titel sei nicht nur Auszeichnung, sondern auch Verpflichtung für die ganze Schule, sich gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Vorurteile einzusetzen, fügte sie hinzu. Zudem muss das BBZ nun jedes Jahr ein Projekt gegen Diskriminierung umsetzen. In diesem Zusammenhang wurde Eltern und geladenen Ehrengästen der Mahnsteingarten präsentiert. Jeder Interessierte konnte seinen eigenen Mahnstein gestalten – mit kurzen Statements gegen Rassismus.

Für den Titel hatte das BBZ auch einen Paten finden müssen und war bei Landrat Hans-Jürgen Petrauschke mit diesem Anliegen auf offene Ohren gestoßen. Petrauschke war bei der Feier persönlich anwesend, wie auch Christiane Gerhards (Leitende Regierungsschuldirektorin), Kreiskulturdezernent Tillmann Lonnes, Dormagens erster stellvertretender Bürgermeister Hans Sturm und der Erste Beigeordnete Robert Krumbein. Der Landrat lobte die Weltoffenheit der Schüler, machte ihnen aber auch klar, dass es nicht ausreiche, wenn Bekenntnisse für mehr Toleranz nur an der Tafel stünden. Gegen Diskriminierung müsse man beständig arbeiten, „jeden Tag“, sagte Petrauschke.

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