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Dormagen: Bayers viel gefragter Pflanzendoktor

Dormagen : Bayers viel gefragter Pflanzendoktor

Der diplomierte Landwirt Tobias Bendig von Bayer CropScience gibt Tipps und Ratschläge rund um Garten, Pflanzen und dazugehörige Produkte. Am Freitag informiert er drei Stunden lang Interessierte im Chempunkt in Dormagen.

Es ist gar nicht so einfach, Tobias Bendig ans Telefon zu bekommen. Wer ihn anwählt, hört oft ein Besetztzeichen. Da sind mitunter mehrere Versuche nötig. Denn der 32-Jährige ist ein viel gefragter Mann. An einer Service-Hotline und per E-Mail berät der diplomierte Landwirt bei Bayer CropScience erfahrene und weniger erfahrene Gärtner, Baumarktverkäufer und Andere, die Fragen zu Garten, Pflanzen und damit in Zusammenhang stehenden Bayer-Produkten haben.

Wer am kommenden Freitag, 9. Mai, zwischen 10 und 13 Uhr Zeit hat und in Dormagen ist, kann sich einen Anruf sparen. Dann gibt Bendig seine Tipps vor Ort - im Nachbarschaftsbüro Chempunkt (Unter den Hecken 60 bis 62).

Der Langenfelder ist auch auf ungewöhnliche Fragen gefasst. "Mit kuriosen Anliegen habe ich am laufenden Band zu tun", erzählt er. Manchmal muss er auch Rätsel lösen. Ein Arzt beschwerte sich bei Bendig, dass Pflanzenschutzstäbchen aus der Bayer-Produktion zum Absterben von vier Palmen geführt hätten. Der Experte konnte sich das beim besten Willen nicht vorstellen und fuhr zur Praxis des Mediziners. "Vor Ort habe ich dann festgestellt, dass es im Wartezimmer, wo die Palmen standen, kein einziges Fenster gab. Pflanzen ohne Licht, das ist eben schwierig."

In der Saison, die für Bendig und seine Kollegin in "normalen" Jahren von Ende März bis Ende November dauert, erreichen die Pflanzendoktoren etwa 100 bis 150 Anfragen pro Tag. Und dabei zählten nur die, "bei denen ich helfen konnte", betont der 32-Jährige. Die Service-Hotline ist in der Saison in der Regel von 8 bis 18 Uhr besetzt. Im Winter gibt es laut Bendig deutlich weniger Anfragen. Die Beratung ist nicht seine einzige Aufgabe.

Er muss sich auch um Produktinformationen etwa auf Verpackungen kümmern, ebenso um Registrierung und Zulassung von Produkten. "Ich muss schließlich stets auf dem neuesten Stand sein", erklärt Tobias Bendig. Er schult auch Bayer-Handelspartner, ist an der Produktentwicklung beteiligt und berät Kollegen. Seinen eher ungewöhnlichen Job macht er seit zwei Jahren, zuvor war er in der Forschung tätig. Öffentliche Termine wie jetzt in Dormagen gehören zu Bendigs Berufsalltag dazu. Heute berät er im Chempunkt in Krefeld, morgen in Leverkusen und am Freitag eben in Dormagen.

So groß die Bandbreite der Ratsuchenden beim Pflanzenfachmann ist, so unterschiedlich sind ihre Fragen. "Mein Kaffeebaum hat Schmierläuse. Was kann ich tun?" Oder, deutlich vager: "Meiner Pflanze geht es schlecht; was hat sie nur?" Für die Diagnose genügt dem Pflanzendoktor oft ein Foto des "Patienten". Doch bei Notfällen fährt er auch raus. In seinem Landwirtschaftsstudium hat er viel über Ökologie, Bodenbeschaffenheit und Wirkstoffe gelernt. Aber nur mit angelerntem Wissen und ohne praktische, jahrelange Erfahrung käme er in seinem Alltag nicht weit. Pflanzen sind seine Leidenschaft. "Das habe ich von meinem Großvater und meiner Mutter", sagt Bendig.

(NGZ)