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Dormagen: Bayer investiert in Technikum

Dormagen : Bayer investiert in Technikum

Fünf Millionen Euro gibt die Bayer-Kunststoffsparte MaterialScience für ein neues Forschungszentrum im Chempark aus. 15 Mitarbeiter sollen technische Abläufe bei der Produktion der Isocyanate MDI und TDI erforschen.

Die Übergabe eines Schlüssels aus Polyurethan-Schaum sollte vielleicht auch ein wenig symbolischen Charakter haben. Mit den Ergebnissen des neuen Forschungszentrums der Bayer-Kunststoffsparte MaterialScience im Chempark Dormagen könnten in Zukunft neue Märkte erschlossen werden.

Vorprodukte an einem Ort

Die weltweite Verfahrensforschung für die zentralen Vorprodukte von Polyurethan — in der Fachsprache Isocyanate genannt — sind jetzt im neuen Technikum an einem Ort gebündelt worden. "Durch diese Investition stärken wir unsere weltweite Technologieführerschaft und die Prozessentwicklung am Standort Dormagen", sagte Joachim Wolff, Leiter des Bereichs Polyurethane bei Bayer MaterialScience.

Fünf Millionen Euro investiert das Unternehmen in das Forschungszentrum. In den Laboren des Technikums sollen künftig rund 15 Mitarbeiter daran arbeiten, die technischen Abläufe bei der Produktion der Isocyanate MDI und TDI sowie der dabei benötigten Vorprodukte weiter zu erforschen und zu optimieren. "Die Forschungsgruppen bestanden bereits, aber in verschiedenen Gebäuden und an unterschiedlichen Standorten", so Wolff. "Da alle Arbeitsgruppen zukünftig unter einem Dach arbeiten, können wir unsere Abläufe zügiger koordinieren."

TDI ist der Ausgangsstoff für Weichschäume, die vor allem in Matratzen und Autositzen Anwendung finden. Aus MDI werden Hartschäume produziert, die beispielsweise zur Dämmung von Gebäuden und Kühlschränken eingesetzt werden. Während der Nutzungsdauer spart er bis zu siebzig Mal so viel Energie ein wie zur Herstellung des Schaums benötigt wird, so das Unternehmen. Logischerweise wurden beim Bau des Dormagener Forschungszentrums Bayer-Dämmstoffe verwendet.

Das Projekt sei ein weiterer Baustein für das "EcoCommercial Building Program", einer Gemeinschaftsinitiative von Bayer und weiteren Partnern im Bereich nachhaltiges Bauen. "Bei uns sollen grüne und energieeffiziente Gebäude immer mehr zum Standard werden. Wir prüfen daher bei jedem Um- oder Neubau, ob wir unsere Produkte im Sinne der Nachhaltigkeit einbringen können", betonte Klaus Jaeger, Leiter des Standortverbunds NRW bei Bayer MaterialScience.

Beim Technikum ist eine moderne Dämmtechnik zum Einsatz gekommen: Beim "zweischaligen Mauerwerk" wurden zwischen Mauer und Klinkerfassade Polyurethan-Dämmplatten eingesetzt. Im Vergleich zu herkömmlichen Materialien wie Mineralwolle oder Polystyrol ist die Dämmleistung bis zu 40 Prozent höher. Darüber hinaus ist das Material langlebiger.

(NGZ/rl)