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Dormagen: Bayer hält an TDI-Anlage fest

Dormagen : Bayer hält an TDI-Anlage fest

Bayer-Chef Marijn Dekkers gab am Dienstag ein Bekenntnis zum Standort Dormagen und für den Bau der geplanten TDI-Anlage ab. Auch wenn das Bayer-Kunststoffsegment MaterialScience hinter den Erwartungen zurückblieb.

Obwohl Bayers Kunststoffsegment zuletzt stagnierte, ist der Bau der TDI-Anlage eines der Vorzeigeprojekte des Unternehmens. Dunkle Wolken hatten sich Ende 2011 über Bayer MaterialScience (BMS) zusammengebraut. "Leider unter den Erwartungen" sei das Teilunternehmen geblieben, sagte der Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers gestern auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen.Hohe Rohstoffkosten und Konjunktur-Unsicherheit hätten dem Geschäft zu schaffen gemacht.

Übertarifliche Bezahlung

Dennoch gab der Bayer-Chef ein Bekenntnis zum Standort Dormagen ab, wo immerhin 1300 Beschäftigte für BMS arbeiten. Dekkers sieht "gute Fortschritte bei unserer innovativen Prozesstechnologie". Die neue Technologie einer vergleichbaren TDI-Anlage in Schanghai reduziert im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen den Lösungsmitteleinsatz um rund 80 Prozent und den Energieverbrauch um bis zu 60 Prozent. "Diese Technologie soll auch bei unserer neuen TDI-Anlage in Dormagen zum Einsatz kommen, wo wir rund 150 Millionen Euro investieren wollen", so der Konzernlenker.

Die Bezirksregierung hatte vor wenigen Tagen den Bau genehmigt. Aus Sicht von BMS-Sprecher Jochen Klüner ist die künftige TDI-Anlage "der finale Baustein einer langfristigen Investitionsstrategie in Dormagen". Mittelfristig soll sie die bestehenden Anlagen für TDI in Dormagen und Brunsbüttel ersetzen. Klüner: "Mit dem geplanten Investitionsvolumen und der großen Kapazität setzt Bayer MaterialScience Maßstäbe im europäischen Markt für Polyurethan-Schäume — und macht so Dormagen zu dem TDI-Produktionsstandort in Europa."

Das sei ein ganz wichtiges Signal natürlich auch für die Arbeitsplatzsicherung. Das sieht auch der Betriebsratsvorsitzende André van Broich so —der zudem eine gute Nachricht für alle Mitarbeiter hat.

"Alle Beschäftigten können sich über gute übertarifliche Bezahlung freuen, die deutlich über dem Vorjahr liegt", so van Broich. Genaue Zahlen würden in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Kreiswirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz meint: "Dieses Bekenntnis bringt zum Ausdruck, dass wir einen guten Standort haben."

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann freut sich dagegen besonders über Folgeinvestitionen durch die TDI-Anlage: So will sich das finnische Unternehmen Kemira in Dormagen ansiedeln. Hoffmann: "Das sichert Arbeitsplätze, den Chemiestandort und für die Stadt Steuereinnahmen."

(rc)