Dormagen: Bayer gibt 19 Millionen seiner Covestro-Aktien ab

Dormagen : Bayer gibt 19 Millionen seiner Covestro-Aktien ab

Die Bayer AG hat ihren direkten Anteil an Covestro von 40,9 Prozent auf 31,5 Prozent reduziert. Dazu seien 19 Millionen Aktien aus Bayer-Besitz zum Preis von 63,25 Euro je Aktie abgegeben worden, teilt das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Die Aktienplatzierung habe sich ausschließlich an institutionelle Investoren gerichtet. "Wie bereits angekündigt, will Bayer sich mittelfristig vollständig von Covestro trennen", erinnert das Unternehmen.

Bayer will sich auf seine Sparten Pharma und Agrar konzentrieren und die verbliebenen Covestro-Anteile nach und nach veräußern. Allein in diesem Jahr sank der Anteil von Bayer an dem Materialscience-Nachfolger Covestro, für den allein im Chempark Dormagen rund 1300 Beschäftigte arbeiten, bislang von anfangs noch 64 Prozent auf 53 Prozent im Frühjahr und 41 Prozent im Frühsommer. Nun liegt der Bayer-Anteil bei weniger als einem Drittel. Der Deal jetzt ist aber lukrativ und spült etwa 1,2 Milliarden Euro in die Bayer-Kasse. Dort wird dringend Zufluss benötigt. Denn das Unternehmen steht vor der größten Akquise in seiner 150-jährigen geschichte: Die Übernahme des US-Konzerns Monsanto mit Niederlassungen in mehr als 60 Ländern, die mt rund 66 Milliarden US-Dollar zu Buche schlagen dürfte. Monsanto stellt Saatgut und Herbizide her und setzt seit den 1990er Jahren Biotechnologien zur Erzeugung gentechnisch veränderter Feldfrüchte ein.

Covestro hat sich seit der Ausgliederung aus dem Bayer-Konzern sehr gut entwickelt. Ein Schwerpunkt in Dormagen ist die Herstellung des Rohstoffs Toluylen-Diisocyanat (TDI), der für Polyurethan-Weichschaum benötigt wird. Die TDI-Anlage hat eine Produktionskapazität von 300.000 Tonnen pro Jahr. An der Börse könnte Covestro bei weiterhin positiv laufendem Geschäft vom zweitwichtigsten deutschen Aktienindex MDax in den wichtigsten, den Dax, "aufsteigen".

(ssc)
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