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Dormagen: Baupläne kontrovers diskutiert

Dormagen : Baupläne kontrovers diskutiert

Bauen im Innern eines Karrees in Stürzelberg: Diese Pläne der Stadt standen gestern im Mittelpunkt beim NGZ-Mobil. Dabei kamen sowohl Gegner der Baupläne als auch deren Befürworter zu Wort.

Bis zu 59 Wohneinheiten könnten im Innenbereich von Feld-, Biesenbach-, Schul- und Fahrtstraße entstehen, so hat die Stadt in einem Entwurf für eine Innenverdichtung in Stürzelberg geplant. Dass diese Pläne auf Befürworter und Gegner treffen, wurde gestern beim NGZ-Mobil deutlich.

Für Matthias Demming, der an der Feldstraße wohnt, würden die Häuser dort ein schönes Biotop zerstören: "Das ist eine grüne Lunge, von der wir alle profitieren, in der auch viele Tiere vom Igel bis zur Waldohreule leben." Außerdem befürchtet er Nachteile durch Erschließungskosten für sein Grundstück: "Wenn dort gebaut wird, werden wir praktisch enteignet: Man wird gezwungen zu verkaufen oder bekommt es abgenommen."

Ähnlich denkt Willi Dürscheid, der an der Fahrtstraße wohnt: "Die Pläne sind zu groß dimensioniert und gefährden das Biotop." Zudem komme er mit dem zu erwartenden Verkehrslärm nicht klar: "Hier ist zu wenig Platz für so viele Häuser und Autos." Dem stimmt Helmut Kils, der an der Feldstraße wohnt, zu: "Zu viele Häuser bringen zu viele Autos und Lärm mit sich, dann wird alles zugeparkt", erklärt er, warum er kein Land abgeben möchte.

Heinz Adolf Heitzer gehören zwei Häuser an der Feldstraße. Er ist gegen eine Bebauung. Ihm Gefällt sein Garten, außerdem fürchtet er sich vor der Lärmbelästigung.

Ebenfalls gegen die Pläne ist Edith Schülgen. Sie hat mit anderen Eigentümern von der Schulstraße schriftlich einer Bebauung widersprochen. Ihr Grundstück würde erst in einem zweiten Bauabschnitt miteinbezogen: "Dann wäre mein ganzer Garten weg", erklärt sie. Ebenfalls an die Stadt gewandt hat sich Wolfgang Ebert, der an der Feldstraße wohnt, wo laut Plan die neue Straße hineinführen soll: "Ich werde mich nicht an den Kosten beteiligen und die Wertminderung meines Eigentums der Stadt in Rechnung stellen." Einen Sachverständigen habe er beauftragt.

Die Argumente der Gegner möchte Isolde Winter entkräften: "Für die erwarteten Verkehrsprobleme gibt es doch Lösungen, wie zum Beispiel eine verkehrsberuhigte Straße, es ist ja keine Durchgangsstraße." Auf dem Grundstück an der Schulstraße würde sie gern Neffen und Nichten ein Haus bauen lassen: "Dann kämen wieder junge Familien nach Stürzelberg."

Ähnlich sieht es Claudia Pelzer: "Ich bin für die Bebauung", sagt sie. Es sei ohnehin schwierig ihren "Riesengarten an der Feldstraße" zu bewirtschaften. Auch Maria Pelzer fände es schön, "wenn die Kinder im Garten bauen könnten". 59 Familien könnten mit den Plänen glücklich gemacht werden. Schließlich werde doch niemandem, der nicht bauen wolle, der Garten weggenommen. Zudem solle Stürzelberg nicht vergreisen.

Auch Gisela Straub würde gerne ihren Garten verkaufen. Es sei Wahnsinn, sich um die 1000 Quadratmeter zu kümmern. Ein kleiner Nutzgarten würden ihr und ihrem Mann reichen.

(NGZ/rl)