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Dormagen: Bauherrn müssen für alle Gebäude Anträge stellen

Dormagen : Bauherrn müssen für alle Gebäude Anträge stellen

Freistellungsverfahren entfällt zum Jahresende. Gesetzesänderung macht sich ab Juli schon bemerkbar.

Dormagener Bauherren, die eine Planung anstreben oder aber gerade mitten in einem Bauvorhaben stecken, müssen eine wichtige Änderung beachten. Darauf macht die Bauaufsicht der Stadt jetzt in einem Schreiben aufmerksam. Demnach fällt das so genannte Freistellungsverfahren künftig weg. "Dies bedeutet, dass auch für Wohngebäude und Nebenanlagen, die bisher auf der Grundlage des Paragraphen 67 genehmigungsfrei sind, künftig Bauanträge zu stellen sind", erklärt Ralf Schenk, Leiter der Bauaufsicht. Dazu benötigen die Bauherren einen Architekten oder einen anderen fachlich qualifizierten Entwurfsverfasser.

Grundlage ist eine Änderung in der neuen Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit der gesetzlichen Novellierung, die am 28. Dezember 2017 in Kraft tritt, entfällt das Freistellungsverfahren. Unabhängig von der Zahl der Wohneinheiten ist für jedes Wohnhaus in Zukunft auch eine geprüfte Statik notwendig. "Neben der förmlichen Baugenehmigung unterliegen diese Bauvorhaben dann ebenfalls der regulären Bauüberwachung. Dies gilt einschließlich der Rohbau- und der Schlussabnahme", so Schenk.

Wer heute noch einen Bau auf der Grundlage des bisherigen Freistellungsverfahrens errichten will, muss ihn bis zum 28. Dezember fertig haben. Sollte das Gebäude bis dahin nicht bewohnbar oder in anderer vorgesehener Funktion benutzbar sein, entfällt laut Stadt die Rechtsgrundlage und die Bauherren müssen nachträglich eine Baugenehmigung beantragen. In der Vergangenheit reichte es, solche Vorhaben der Stadt lediglich anzuzeigen.

Nach den Vorgaben des Landesbauministeriums wird die städtische Bauaufsicht bereits ab dem 1. Juli keine Bauvorhaben größeren Umfangs mehr im Freistellungsverfahren bearbeiten, sondern ein formelles Baugenehmigungsverfahren einleiten. "Ausnahmen gelten lediglich bei kleineren Projekten wie Gebäudeerweiterungen oder dem Bau von Garagen und untergeordneten Bauteilen, wenn es sehr wahrscheinlich erscheint, dass diese Maßnahmen bis zum Jahresende fertiggestellt sind", erläutert Schenk. Nähere Info telefonisch unter 02133 257-826.

(schum)