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Dormagen: Bauer rechnet mit längerer Spargelernte

Dormagen : Bauer rechnet mit längerer Spargelernte

Landwirt Max Josef Kallen geht davon aus, dass das Gemüse auch über den Johannistag am 24. Juni hinaus geerntet werden kann. Für den Schlussspurt der Spargelsaison stellt die NGZ drei Rezepte vor, die es lohnt auszuprobieren.

Spargelliebhaber mussten dieses Frühjahr länger als üblich warten, bis in Dormagen das beliebte Gemüse geerntet werden konnte. Für sie gibt es jetzt Trost: Aufgrund des späten Beginns ist es wahrscheinlich, dass die Ernte nach dem 24. Juni weitergehen wird. Sonst beendet der Johannistag traditionell die Spargelernte. "Wir rechnen damit, dass wir am Wochenende 29./30. Juni den letzten Spargel ernten", sagt Landwirt Max Josef Kallen aus Stürzelberg. Die Kälte im Frühjahr habe die Arbeiten allgemein um zwei bis drei Wochen verzögert.

Für Kallen ist die Spargelsaison die arbeitsintensive Zeit des Jahres: Mehr als 100 Mitarbeiter helfen derzeit bei der Spargelernte — unter anderem beim Ernten, Sortieren, Waschen und Verpacken. Während der zwei bis drei Monate erwirtschaftet der Betrieb rund zwei Drittel des Umsatzes. Ein kleiner Teil der Ernte, rund zehn bis 20 Prozent, wird im Hofladen abgesetzt. Den Weg nach Stürzelberg finden längst nicht nur Dormagener. "Häufig parken Autos mit Kölner und Düsseldorfer Kennzeichen vor dem Laden", sagt Kallen.

Der größte Teil des Spargels wird am frühen Morgen an Supermärkte in der Region geliefert. "Angefangen haben wir in Dormagen und Neuss", sagt Kallen. Jetzt gehen die Lieferungen bis nach St. Augustin bei Bonn, Bergisch Gladbach und Wuppertal. Dass der Kundenkreis so stark gewachsen ist, habe viel mit Mund-zu-Mund-Propaganda zu tun, so der Landwirt. In den Lebensmittelmärkten werde mit Schildern darauf hingewiesen, dass es sich um Spargel vom Hof der Kallens handelt. Auch mit dem Begriff "Stürzelberger Spargel" habe man immer geworben — und so dafür gesorgt, dass Kölner und Düsseldorfer den Dormagener Ortsteil vor allem mit Spargel verbinden. Besonders mache den Stürzelberger Spargel unter anderem der sandige Untergrund. Er mache es dem Spargel einfach, an die Oberfläche zu gelangen. Und das schmecke man, so Kallen.

Der Landwirt hat beobachtet, dass die Wertschätzung für regionale Produkte gestiegen ist. Viele Käufer wollten wissen, woher die Produkte stammen und wer sie angebaut hat. "Das ist keine Mode, die morgen vorbei ist", sagt er. Umso mehr ärgere es ihn, wenn es Landwirten schwergemacht wird, ihrer Arbeit nachzugehen. Kritisch sieht Kallen die Zersiedelung und das Bestreben des Rhein-Kreises, mehr Waldflächen anzulegen. Dies könne zu einer Zerstückelung der Feldflur führen, befürchtet er. "Der Rhein-Kreis Neuss ist eben ein Ackerstandort. Eine intakte Agrarlandschaft ist wichtig", sagt Kallen.

Für den Schlussspurt der Spargelsaison hofft Kallen auf sonnige Tage, damit er seinen Kunden gute Angebote machen kann. Wer Spargel einfrieren möchte, solle am besten jetzt, Anfang Juni, zuschlagen, rät er. Erfahrungsgemäß gebe es in der letzten Woche vor dem Ende der Ernte noch einmal einen großen Kundenansturm.

(NGZ/ac)