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Dormagen: Bau der TDI-Anlage genehmigt

Dormagen : Bau der TDI-Anlage genehmigt

Die Bezirksregierung Köln hat der Bayer-Kunststoffsparte MaterialScience (BMS) die vorzeitige Baugenehmigung für eine TDI-Anlage erteilt. Die Arbeiten sollen bald beginnen. Mit dem endgültigen Okay rechnet BMS im Frühjahr.

Das Dokument "8a" aus dem Haus der Bezirksregierung Köln wurde im Chempark sehnsüchtig erwartet: Es ist die vorzeitige Baugenehmigung für die geplante TDI-Anlage der Bayer-Kunststoffsparte MaterialScience. In der 150 Millionen Euro teuren Hightech-Anlage soll ab 2014 die Chemikalie TDI (Toluylen-Diisocyanat) hergestellt werden, die für Polyurethan-Weichschaum benötigt wird.

"Wir freuen uns, dass der Bau für dieses wichtige Projekt nun gestartet und unseren Planungen entsprechend in den kommenden zwei Jahren verwirklicht werden kann", erklärt Joachim Wolff, zuständig für den Bereich Polyurethane. "Mit einer Kapazität von 300 000 Jahrestonnen sei die künftige World-Scale-Anlage der finale Baustein einer langfristigen Investitionsstrategie in Dormagen", so Wolff. Mittelfristig soll sie die bestehenden Anlagen für TDI in Dormagen und Brunsbüttel ersetzen. Bayer MaterialScience erwartet eine weiter steigende Nachfrage nach diesem Vorprodukt für Polyurethan-Weichschäume.

Viel steht der Umsetzung nicht im Weg. "Das alte Kraftwerk ist abgerissen worden, die Zufahrtsstraßen sind geräumt, alle logistischen Vorarbeiten erledigt", so BMS-Sprecher Jochen Klüner. Noch baut die Bayer-Sparte indes auf eigene Gefahr. Christina Köntjes, Sprecherin der Bezirksregierung Köln, erklärt warum: "Es handelt sich um eine Baugenehmigung, nicht um die Betriebsgenehmigung." Dafür würden der Bezirksregierung noch Detailinformationen fehlen.

Kritik hatte sich im Vorfeld an der Einhausung der Anlage entzündet — zum Beispiel bei den Dormagener Grünen. Fraktionschef Ingo Kolmorgen will sich am kommenden Montag mit den BMS-Verantwortlichen zusammensetzen. "Wir wollen wissen, warum bei einer TDI-Anlage in Ludwigshafen mit einem Betonmantel geplant wird und in Dormagen nur mit Stahl."

BMS-Sprecher Jürgen Klüner: "Wir arbeiten mit einem ganz anderen Verfahren." Die Drücke, die in Dormagen entstehen, seien deutlich niedriger. Zudem sei die geplante Einhausung erdbebensicher, sturmfest und werde kontinuierlich überwacht. Bayer MaterialScience plant eine Einhausung aus Metall, die auf einer Stahl-Grundkonstruktion angebracht ist. In Kombination mit einem Belüftungskonzept werde so sichergestellt, dass auch im unwahrscheinlichen Fall eines Austritts von Stoffen diese die Einhausung nicht verlassen und damit Mensch und Umwelt geschützt werden.

Das Unternehmen stehe zudem mit Anwohnern, Umweltverbänden, Vereinen, Behörden und Politik in Dormagen in einem offenen und intensiven Austausch über das Projekt. Details über das Bauvorhaben sind im Internet unter www.tdi-dormagen.bayer.com abrufbar.

Die finale Betriebsgenehmigung erwartet BMS im Frühjahr.

(NGZ/rl)