1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Bau-Ärger in Hackenbroich

Dormagen : Bau-Ärger in Hackenbroich

Anwohner protestieren gegen die 24 Reihenhäuser, die an der Moselstraße auf dem Gelände der ehemaligen Johanneskirche entstehen sollen, weil sie ein Verkehrs-Chaos und falsch ausgerichtete Häuser befürchten.

Viele Anwohner des Gebietes rund um die Moselstraße in Hackenbroich fühlen sich nicht ernst genommen. Sie hatten mit Unterschriftenlisten und Einsprüchen gegen die geplanten 24 Reihenhäuser auf dem Gelände der ehemaligen evangelischen Johanneskirche im Süden von Hackenbroich protestiert: "62 Anwohner haben eine alternative Planung mit 18 Häusern als neun Doppelhäuser favorisiert, was wir auch im Mai als Skizze dem Bauamt eingereicht haben, jedoch sehen die jetzigen Pläne wieder die 24 Häuser als acht Dreier-Einheiten vor", sagt Manfred Grundmann, der die Unterschriften gesammelt hat.

"Dieser Bauplan erfüllt nur die Vorgaben des einzigen Investors und berücksichtigt nicht die Belange Hackenbroichs", schimpft er. Dabei sei die Planung so ausgerichtet, dass ein Verkehrs-Chaos entstehen werde: "Parkende Autos werden die benachbarten Straßen zuparken und dort, wo Kinder auf der Spielstraße spielen, sollen mehrere Anwohner zu ihren neuen Häusern fahren – der Düsselweg darf nicht zur Durchgangsstraße werden."

Heute Nachmittag steht das Thema "Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 504 ,Moselstraße'" auf der Tagesordnung des städtischen Planungsausschusses. Der dort eingereichte Plan des Investors WISA Bauträger GmbH aus Kaarst hat einige der Anregungen aufgegriffen: ein Wendehammer im Norden des Geländes, eine etwas niedrigere Firsthöhe der zweigeschossigen Bebauung und eine andere Zuordnung der Garagen. Werner Schmitz von WISA erklärte, die Architektin Melanie Knelleken habe fast zwei Wochen lang die Veränderungen in den Plan eingebaut.

Im Mai hatte Vermessungsingenieur und Ex-Ratsherr Hermann Harig, seit 42 Jahren Mitglied des Planungsausschusses, eine alternative Skizze entworfen, die vor allem eine Ausrichtung der 18 Häuser nach Süden, um Solarenergie besser nutzen zu können, vorsah. Harig betont: "Ich habe die Bebauung dieses Areals selbst angeregt, allerdings muss sie im Einklang mit Anwohnern und Städtebau erfolgen."

Doch Hermann Harig ist zuversichtlich, dass die neuen Häuser an der Moselstraße noch im Erscheinungsbild verändert werden können: "Ich hoffe, dass der Punkt von der Tagesordnung des Planungsausschusses genommen und auf den 2. Februar vertagt wird", sagt Harig. Denn dann könnten die Anwohner über die Planungen informiert werden. Er rechnet mit einer vernünftigen Lösung: "Die Forderung muss sein: Südausrichtung für die Häuser und ein Verzicht auf die Verlängerung des Düsselweges." Das alles sei durch seinen Plan zu erreichen: "Es sollten städtebauliche über wirtschaftliche Belange gestellt werden."

(NGZ)