Innenstadt Dormagen Mittel für Barrierefreiheit nicht abgerufen

Dormagen · Der Fördertopf mit 4500 Euro steht Betrieben für Verbesserungsmaßnahmen noch zur Verfügung.

 Warben für Barrierefreiheit (v. l.): Pia Schmitz mit Sohn Younes, Kerstin Belitz, Elisabeth Conrady, Hans-Dieter Lehnhoff und Yousef Glous.

Warben für Barrierefreiheit (v. l.): Pia Schmitz mit Sohn Younes, Kerstin Belitz, Elisabeth Conrady, Hans-Dieter Lehnhoff und Yousef Glous.

Foto: Stadt Dormagen

Dormagen – vor allem die viel besuchte Innenstadt – soll barrierefreier werden. Das ist ein Wunsch des „Runden Tischs Barrierefreiheit“, der sich unter anderem dafür einsetzt, dass Besucher mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen die Läden erreichen können. Stufen am Eingang einiger Geschäfte erschweren deren Erreichbarkeit. Nur wenige haben eine Rampe im Einsatz, über die Stufen überwunden werden können. Um das zu ändern, hat die Stadt Dormagen insgesamt 4500 Euro in den Haushalt 2018 eingestellt, mit denen Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit gefördert werden sollten. Doch die Resonanz ist gering, wie Kerstin Belitz von der städtischen Stabsstelle Soziale Stadt erklärt: „Leider wurden die Mittel noch gar nicht abgerufen.“

Positiv gesehen, ist der Fördertopf noch voll. So können sich Geschäftsleute, Gastronomen und andere Einrichtungen, die die Barrierefreiheit verbessern möchten, noch bis zum 31. Oktober bei der Stadt melden, um ihre Maßnahmen mit bis zu 1500 Euro fördern zu lassen. Der Runde Tisch Barrierefreiheit entscheidet über den Zuschussantrag. Belitz hatte eigens einen Flyer entwickelt, mit dem die Geschäftsleute auf die Fördermöglichkeit durch die Stadt Dormagen hingewiesen wurden.

Denn die Stadt Dormagen fördere gern geeignete Maßnahmen der Dormagener Unternehmenschaft mit Beratung und Zuschüssen, wie Bürgermeister Erik Lierenfeld in dem Flyer erklärt: „Barrierefreiheit dient nicht nur Senioren, Menschen mit Beeinträchtigungen  oder Familien mit Kindern, sondern schafft Lebensqualität für alle Menschen.“ Die Fortbewegungsmöglichkeiten aus Sicht eines Rollstuhlfahrers hatte Lierenfeld im Oktober 2016 im Selbstversuch auf Einladung des Seniorenbeirats getestet – und anschließend zum Beispiel den zweiten Handlauf an der Straße Am Kappesberg angeregt.

Wer den Einkauf durch mehr Barrierefreiheit erleichtert, soll das Gütesiegel „Einfach barrierefrei“ erhalten. Ziele sind u.a. stufenloser Zugang, Sitzgelegenheit, breite Gänge und Türen, rutschfester und spiegelfreier Bodenbelag, gute Ausleuchtung, deutliche Preisauszeichnung, rollstuhlgeeignete Umkleidekabinen, eine Behindertentoilette, keine Stolperfallen, Getränkeangebot, personelle Hilfe sowie Einpackhilfe und Warenzustellung.

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