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Dormagen: Baron vermietet Arff für Feste

Dormagen : Baron vermietet Arff für Feste

Christoph Freiherr von Geyr will mit Events den Unterhalt von Schloss Arff sichern. Eine Erschließung ist nicht mehr möglich, seit der Kölner Rat den Bebauungsplan gekippt hat. Die Hoffnung hat von Geyr noch nicht aufgegeben.

Über das Entrée von Schloss Arff wachen die Bauherren noch selbst. Die Brüder Buschmann — mit silbrig-lockigem Haupthaar und Schnallenschuhen — blicken freundlich auf dem Ölgemälde im Eingangsbereich. Daneben die Ahnen-Galerie, die irgendwann nicht mehr weiterverfolgt wurde.

Im Raum dahinter hängt ein 200 Jahre alter Lüster einer Manufaktur aus dem italienischen Morano. Die Möbel sind weg. "Wir haben hier alles rausgeräumt", sagt Christoph Freiherr von Geyr, "wollen jetzt bei Null anfangen, es kann nun losgehen."

Schloss Arff, das wenige Meter hinter Hackhausen auf Kölner Stadtgebiet steht, aber ein beliebter Ausflugsort für die Dormagener ist, sollen künftig Hochzeiten, Geburtstage oder Firmenjubiläen mit Leben füllen. Es ist ein neuer Anlauf der Familie von Geyr, die noch zu Beginn des Jahres das Schloss aus Frust verkaufen wollte, nachdem sich der Plan zerschlagen hatte, Wohnbebauung an der Schloss-Arff-Straße zu errichten.

"15 bis 16 Wohnungen in einem fränkischen Vierkanthof sollten dort entstehen", erklärt der Freiherr. Der Rat der Stadt Köln hatte den Bebauungsplan im Sommer gekippt, weil der Bauunternehmer eine Frist hatte verstreichen lassen. Die Hoffnung, das Projekt noch einmal aufleben zulassen, hat von Geyr noch nicht aufgegeben. "Es geht darum, dass wir auf dem Wege der Vernunft weiterkommen", sagt der Freiherr.

Anne Luise Müller, Chefin vom Planungsamt der Stadt Köln, gibt dagegen keine Signale, dass das passieren könnte. "Natürlich kann ein neuer Bebauungsplan eingeleitet werden, das heißt aber nicht, dass er gewährt wird", sagt sie. Ein neues Verfahren, inklusive aller Formalia wie neuer Gutachten, würde zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Bis dahin ist nicht nur eine Bebauung des Geländes an der Schloss-Arff-Straße passé. Auch ein Anschluss an das Wassernetz kann nicht eingeleitet werden. Dabei hatte die Stadt Dormagen schon ihr Okay gegeben.

"Schloss Arff steht aber auf Kölner Gebiet und damit auch in einem anderen Regierungsbezirk", sagt Stadtsprecherin Ute Waldeck. Damit sei das Planungsrecht Kölner Angelegenheit. Die Stadt habe keinen Einfluss darauf. Derzeit wird das Schloss mit eigenem Brunnenwasser versorgt, für die Entsorgung ist eine Klärgrube ausgehoben worden.

Der Freiherr selbst ist inzwischen in die oberen Etagen des Schlosses gezogen. Auf dem Schrank stehen Modelle von Lufthansa-Maschinen. Der Freiherr war bis zu seiner Pensionierung als Pilot in der Welt unterwegs. Er habe viel Geld in das Schloss investiert, erklärt er.

Die Vorder- und die beiden Seitenfronten des Schlosses hat er bereits saniert, auf der Rückseite blättert noch Farbe von der Fassade. "Es ist ein Jammer, dass wir aufgrund der Blockadehaltung des Kölner Planungsamtes nicht weiterkommen."

(NGZ)