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Dormagen: Bald alle Kitas in freier Trägerschaft?

Dormagen : Bald alle Kitas in freier Trägerschaft?

Im Haushaltssicherungskonzept hat es Kämmerer Kai Uffelmann vorgeschlagen, der Jugendhilfeausschuss ist im Prinzip dafür und am Dienstag soll das Vorhaben auf den Weg gebracht werden: Die Stadt will sich aus Kostengründen von ihren acht Kindertagesstätten trennen. Für sie sollen freie Träger wie Kirchen oder Caritas gefunden werden. Oder sie könnten in die Dormagen Sozialdienst gGmbH überführt werden, eine hundertprozentige Tochter der Stadt. Gegen diese Pläne regt sich Widerstand von Eltern.

So äußern sich Eltern der städtischen Kita "Farbenplanet" in Rheinfeld "bestürzt über die Pläne der Stadt". Christina Lehmann, die dem Elternrat angehört, sagt: "Bei der Auswahl für die Betreuung unseres Sohnes haben wir uns bewusst für eine Kita in städtischer Trägerschaft entschieden, nicht zuletzt aufgrund der Freiheit und Vielfalt der kulturellen, religiösen Erziehung und weltanschaulichen Einstellung." Sie sieht die Trägervielfalt in der Stadt gefährdet und spricht von einem "Ausverkauf". Nicht nur die Eltern aus dem "Farbenplaneten" fordern den Verbleib der Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft. Vor dem Rat am Dienstag wollen Eltern demonstrieren.

Mit dem Plan will die Stadt, so erklärt es Jugenddezernent Gerd Trzeszkowski, ab dem Jahr 2024 etwa 180 000 Euro jährlich sparen. Ab 2014 sollen es 30 000 Euro sein. Der Spareffekt liegt vor allem bei den Betriebskosten. Muss die Kommune als Trägerin 21 Prozent bezahlen, liegt der Anteil eines freien Trägers bei neun Prozent. Trzeszkowski betont, dass es noch nichts Konkretes gebe. Mit einem Ratsbeschluss am Dienstag werde man erst einmal die Möglichkeit für detailliertere Gespräche mit Trägern erhalten.

Darin wird es auch um die Situation der rund 100 betroffenen Erzieherinnen gehen. Viele fürchten um ihren Job, haben Fragen wie: Werden Dienstjahre angerechnet? Wie lange läuft der Bestandsschutz für die Verträge? Was wird aus den Mitarbeiterinnen, die seit Jahren mit befristeten Verträgen ausgestattet sind? Trzeszkowski versichert: "Die neue Regelung soll nicht auf Kosten der Mitarbeiterinnen gehen."

(schum)