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Bahnhof in Dormagen: Erste Erfolge für die Streetworker in Horrem

Bahnhof in Dormagen : Erste Erfolge der Streetworker in Horrem

Seit mehr als einem halben Jahr betreut ein Streetworker-Team der Diakonie für die Stadt vor allem Jugendliche und junge Erwachsene in Horrem. Dadurch soll es auch rund um den Bahnhof sicherer werden.

Rund um den Dormagener Bahnhof sind nicht nur Müll und Lärm ein immer wiederkehrendes Ärgernis für Passagiere und Nachbarn, sondern auch randalierende Jugendliche und andere aggressiv auftretende Gruppen, die Fahrgästen, Spaziergängern und benachbarten Bewohnern ein ungutes Gefühl bereiten. Mit einer Erhöhung der Präsenz von Polizei und Ordnungsamt, höheren Bußgeldern und verbesserter Reinigungstechnik soll am Bahnhof für ein gesteigertes Sicherheitsgefühl der Bürger gesorgt werden. Dazu zählt aber auch eine weitere Maßnahme: Seit dem 1. Juli 2019 betreut ein Streetworker-Team der Diakonie Rhein-Kreis Neuss nun Jugendliche und junge Erwachsene, die sich tagsüber vor allem am Bahnhof aufhalten.

„Das ist Streetwork im besten Sinne. Es geht darum, jeden Tag präsent zu sein und den Klienten praktisch weiterzuhelfen“, wies Streetworker Leon Römer im vorigen Sommer auf seine Aufgabenfelder Beratung und gemeinsame Behördengänge hin. Mit der aufsuchenden Sozialarbeit, dem „Streetwork“, soll den Jugendlichen geholfen werden und erreicht werden, dass einige von ihnen wieder in geordnete Strukturen zurückfinden. Die Streetworker wollen ihre Arbeit jetzt auch mit Plakaten bewerben.

Nun haben die beiden Horremer SPD-Stadträte Michael Dries und Bernhard Schmitt im Gespräch mit den Streetworkern in deren Büro im Schümmerhof über deren Erfahrungen der ersten sieben Monate gesprochen. Auf Antrag der SPD-Fraktion war das Projekt gestartet worden. Johanna Müchler und Leon Römer vom Streetworker-Team berichteten von ihren ersten Kontakten zu den Jugendlichen und auch schon von ersten Erfolgen. Michael Dries, der auch jugend- und sozialpolitischer Sprecher der Dormagener SPD ist, freut sich, dass Jugendliche und junge Erwachsene erfolgreich bei komplizierten Vorgängen in unterschiedlichen Behörden unterstützt werden, die sonst wohl keine Hilfe in Anspruch nehmen würden: „Mit dem Schicksal einer kürzlich volljährig gewordenen jungen Frau, die von heute auf morgen obdachlos geworden ist, wurde ich vor einigen Wochen selbst konfrontiert“, erzählt Dries. Die Streetworker hätten sehr gute Arbeit geleistet und der jungen Frau schnell und kompetent helfen können, so der stellvertretende Bürgermeister. Sie hat jetzt eine Wohnmöglichkeit in Dormagen und lebt in geordneten Strukturen. „So funktioniert Streetwork: Kontakte zu den jungen Menschen werden in deren Lebensumfeld geknüpft, und so kann Vertrauen aufgebaut und ihnen dann auch geholfen werden“, betont Dries: „Die Streetworker gehen dahin, wo die Jugendlichen sind, wie zum Beispiel auch zum Bahnhof.“

Die im Haushalt 2019/20 eingestellten Mittel wurden im März 2019 im Jugendhilfeausschuss einstimmig an das Diakonische Werk als Träger für die aufsuchende Sozialarbeit in Horrem gegeben: 30.000 Euro für 2019 und 60.000 Euro für 2020. Dafür wurde die Bezuschussung der Sozialarbeit der freien Träger in Hackenbroich neu geregelt.

Das Konzept soll fachlich weiterentwickelt werden. So sollten die Streetworker auch außerhalb von Horrem in Dormagen einsetzbar sein. Eine fachliche Anbindung der Mitarbeiter an die pädagogischen Teams (z.B. der „Rübe“) und an die Sozialpädagogischen Dienste der Stadt ist zwingend erwünscht, ohne dass Probleme in die Einrichtung getragen werden sollten. Mitte des Jahres wird dem Jugendhilfeausschuss ein Streetwork-Bericht vorgelegt.