Dormagen: Bäckerei-Kette Schneider schließt zwei Filialen

Dormagen : Bäckerei-Kette Schneider schließt zwei Filialen

Für die treuen Kunden ist das sicher keine gute Nachricht, für die Nahversorgung in Dormagen ist es eine Schwächung: Die Bäckerei-Kette Schneider schließt bald zwei ihrer fünf Filialen in der Chemiestadt. Das bestätigte gestern André Kunkel, einer von drei Geschäftsführern des Unternehmens, auf Anfrage unserer Redaktion.

Betroffen sind die Geschäfte an der Ubierstraße 2 und Am Niederfeld 1. Die einzige Schneider-Filiale in Dormagen-Mitte wird künftig folglich die an der Römerstraße 61 sein. Zudem wird der Anbieter von Brot und Kuchen in Dormagen weiterhin in Zons an der Saarwerdenstraße 6 und in Hackenbroich an der Sinnersdorfer Straße 22 vertreten sein. Die Bäckerei Schneider GmbH verfügt laut ihrer Internetseite über mehr als 100 Filialen im Rheinland; ihren Hauptsitz hat die Gesellschaft in Elsdorf bei Bergheim.

Das Geschäft an der Dormagener Ubierstraße hätte man eigentlich weiterbetrieben - wenn denn der im September auslaufende Pachtvertrag verlängert worden sei, teilte Schneider-Geschäftsführer Kunkel mit. Mit dem Verpächter habe es darüber aber keine Einigung gegeben. Am Niederfeld sind es wohl in erster Linie wirtschaftliche Gründe, die das Unternehmen zur Schließung veranlassen. Für die Mitarbeiter in den beiden Geschäften ist die Entscheidung nicht mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze verbunden. "Sie werden in anderen Schneider-Filialen untergebracht", versicherte André Kunkel.

Er hatte zum 1. Januar 2007 mit Jörg Aprath und Willi Kühne die Geschäftsführung der Bäckerei Schneider GmbH übernommen - und alle Mitarbeiter wurden weiterbeschäftigt. Die Geschichte des Unternehmens reicht aber viel weiter zurück - bis ins Jahr 1901. Damals backte Wilhelm Schneider in einem alten Steinbackofen seine ersten Brote und verkaufte sie an die Einwohner seines Heimatdorfes Etzweiler. Einige Zeit danach entstand in dem später dem Braunkohle-Tagebau zum Opfer gefallenen Dorf eine größere Backstube mit Lebensmittelhandel und Getreidemühle. Von Schneiders fünf Kindern erlernten drei Söhne das Bäckerhandwerk. Seit den 1960er Jahren sind immer mehr Schneider-Geschäftsstellen und Cafés entstanden.

(ssc)
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