Ausstellung von Peter Engländer: Malerei zwischen Hektik und Muße

Ausstellung in Knechtsteden : Malerei zwischen Hektik und Muße

Der Kunstverein Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen zeigt in Knechtsteden aktuell Werke von Peter Engländer. Der Kölner nutzt gerne Fotografien als Ideengrundlage für seine großformatigen Bilder.

An die Wand des Ausstellungsraums des Kunstverein Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen sind verschiedene bunt bemalte Leinwände gelehnt. Künstler Peter Engländer ist gerade mit seinem Sohn und seiner Schwiegertochter dabei, seine Kunstwerke aufzuhängen, die in den nächsten Wochen den Ausstellungsraum des Kunstvereins in Knechtsteden schmücken werden.

Die meist farbenfrohen Acryl-Werke von Engländer sind überwiegend im Format 100x80 Zentimeter groß. Vor sechs Monaten probierte er eine neue Technik aus: „Ich male jetzt auch mit Pastellfarben, das macht mir auch großen Spaß.“ Und mit Erfolg — so lacht auf einem seiner Pastellbilder sein kleiner Enkel Louis, ein anderes zeigt Engländers Garten.

Vor 20 Jahren wurde Engländer Mitglied im Kunstverein Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen. Am liebsten malt er nach Fotografien – Schnappschüsse, in denen er oder auch seine Frau, wie er verrät, Szenen und Stimmung spontan mit der Kamera eingefangen hat. Viele seiner Werke sind Szenen von Reisen, die der 80-Jährige in der Vergangenheit gemacht hat. Ein Bild zum Beispiel zeigt einen Sonnenuntergang über dem Dschungel Indonesiens.

Engländer, der in Köln zu Hause ist, ist kein Künstler, der sich erst während des Malens von seinem Motiv leiten und inspirieren lässt. Er hat das Bild bereits fertig im Kopf, bevor er den ersten Pinselstrich auf die Leinwand bringt. „Ich muss vor Arbeitsbeginn eine konkrete Vorstellung von dem Bild haben und mag es nicht, wenn der Zufall zu sehr ins Werk pfuscht“, sagt er über seine Malweise. Engländers Bilder sind überwiegend realistisch, aber er spielt mit den Farben. Häufig setzt er mit Neonfarben Akzente. Ein Bild in seiner sonst sehr farbenfrohen Ausstellung sticht heraus. Es zeigt ein Porträt von Anne Frank und ist in schlichtem Schwarz-Weiß gehalten.

Engländer hat seine Kindheit in Shanghai verbracht. Aufgewachsen ist der Künstler mit jüdischen Wurzeln dort in einem Ghetto. Anschließend verbrachte er 15 Jahre in Wien, bevor er in Köln seine endgültige Heimat fand. „Ich habe schon als Kind sehr gerne gemalt. So entstand vermutlich auch mein späterer Berufswunsch Architekt“, erinnert er sich. „Meine Eltern haben mich  dabei immer unterstützt, in dem ich zum Beispiel Kurse an der Volkshochschule besuchen konnte.“ Seit Engländer in Rente ist, verbringt er seine Freizeit überwiegend mit malen. Drei- bis viermal die Woche ist er im Atelier. „Ich bin in einem Alter, in dem man ein Hobby braucht“, erzählt er lachend.

Die Ausstellung mit Namen „Malerei zwischen Hektik und Muße“ geht noch bis zum 18. April und ist immer samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr und bei geöffnetem Atelier zugänglich. Weitere Informationen gibt es unter www.kunstverein-dormagen.de.

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