Dormagen: Ausbau der Kita Heilige Familie ist fertig

Dormagen : Ausbau der Kita Heilige Familie ist fertig

Nach knapp einem Jahr Bauzeit ist die Kindertagesstätte Heilige Familie jetzt gerüstet für die unter Dreijährigen. Das sind 22 von 90 Kindern.

Nicht nur für Ben und Emily ist alles noch ziemlich neu. Die Anderthalbjährigen besuchen die katholische Kindertagesstätte Heilige Familie erst seit Montag. Damit hat für die beiden ein komplett neuer Tagesablauf begonnen. Aber auch die, die die Tagesstätte an der Knechtstedener Straße schon länger besuchen, müssen sich umgewöhnen. Denn nicht nur, dass es nun vier neue Räume gibt, auch die vorhandenen wurden komplett umgestaltet. Jeder der vier Gruppenräume hat nun zusätzlich zwei Nebenräume, nämlich einen Schlaf- und einen Bewegungsraum. Die Kita sei "U3-fit gemacht worden", sagt Pastor Peter Stelten. Es ist die dritte und letzte in Trägerschaft der Kirchengemeinde St. Michael, die entsprechend um- und angebaut wurde. "Und es war ganz klar die größte Baustelle", so Stelten mit Blick auf die beiden anderen Einrichtungen der Gemeinde in Hackenbroich (St. Katharina) und Zons (St. Martinus).

Angebaut wurde "nach vorne" hin zur Straße, da die Fläche dort sehr groß war und so die Spielfläche hinter dem Haus nicht verkleinert werden musste. Entstanden sind helle Räume in warmen Grüntönen, deren Fenster bis zum Boden reichen. "So können die Kinder hinausgucken und Leute, die vorbeikommen, können auch sehen, was hier gemacht wird", sagt Stelten. Denn Transparenz sei wichtig. Schließlich sei die Kita, die bereits 1963 eröffnet wurde, ein offenes Haus im Zentrum des Ortes.

Zufrieden mit dem Ergebnis nach fast einem Jahr in einer Baustelle ist auch die Leiterin Maria Kuster. Nachdem vor elf Jahren der hintere Teil der Einrichtung nach Brandstiftung komplett niedergebrannt war, mussten auch die Handwerker anrücken. 22 unter Dreijährige (insgesamt 90 Kinder) werden jetzt in der Tagesstätte, die seit 2007 katholisches Familienzentrum und seit 2013 Landesfamilienzentrum ist, betreut. Und für die gibt es nicht nur die passenden Räume zum Spielen, Schlafen und Toben, sondern auch entsprechende Waschräume mit Toiletten in Miniaturgröße und Wickelräume. Zwölf Erzieherinnen und ein Erzieher kümmern sich um die Kinder. "Zu wenig", spricht Maria Kuster ein großes Problem an. "Wir könnten sofort zwei Vollzeit-Kräfte einstellen", sagt sie. Doch woher nehmen? Durch den gesetzlich verankerten Anspruch auf einen Kitaplatz für unter Dreijährige und den dadurch angekurbelten Ausbau der Einrichtungen herrscht mittlerweile ein Mangel an ausgebildeten Erziehern. "Wir versuchen ja immer schon, Werbung für den Beruf zu machen, indem wir Flyer in Schulen verteilen", sagt Kuster. Ihren Kollegen jedenfalls spricht die Leiterin höchstes Lob aus, denn nicht nur, dass sie es geschafft haben, während der Bauphase ein einigermaßen geregeltes Kita-Leben aufrecht zu erhalten, zurzeit packen sie auch kräftig an, räumen hin und her, stellen auf, wischen sauber und behalten ihre gute Laune.

Mehrere hunderttausend Euro haben Umbau und Erweiterung gekostet. Nähere Angaben machen Pastor Stelten und Elisabeth Schley vom 16-köpfigen Kirchenvorstand nicht. Der neue Eingangsbereich der Kita ist übrigens sehr groß ausgefallen. Warum? "Weil die Eltern jetzt auch mit Kinderwagen kommen, und die müssen sie irgendwo hinstellen können", sagt Stelten.

(NGZ)
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