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Dormagen: Aus für Zonser Maifest nach Randale

Dormagen : Aus für Zonser Maifest nach Randale

Obwohl das Sicherheitskonzept insgesamt funktionierte konnten Randale und Pöbeleien bei der Maifeier in Zons nicht verhindert werden. Konsequenz: Der Heimat- und Verkehrsverein wird diese Veranstaltung nicht mehr ausrichten.

Es ist eher Trauer als Wut, die bei den Verantwortlichen in Zons herrscht: Nach dem traditionellen Maifest ist es klar, dass es diese Veranstaltung so nicht mehr geben wird. Jürgen Waldeck, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) der Stadt Zons, gab gestern das Aus bekannt. Grund sind die Vorkommnisse am späten Dienstag Abend rund um den Schweinebrunnen in der Altstadt. Wie im Vorjahr haben "Horden von Jugendlichen" (Waldeck) die Traditionsveranstaltung benutzt, um mit Schlägereien, Pöbeleien und Sachbeschädigungen für eine so "bedrohliche Atmosphäre" , so Waldeck, zu sorgen, dass viele Zonser viel früher als geplant das Fest verließen. "Es ist zwar nichts Ernsthaftes passiert — doch so geht es einfach nicht weiter", sagt der enttäuschte HVV-Vorsitzende.

Auch wenn die Randale weniger heftig ausfiel als im vergangenen Jahr, den Organisatoren reicht es auch so. Die Bilanz der Polizei fiel gestern so aus: sechs Strafanzeigen wegen Körperverletzung, zwei Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung. Hinzu kommt der Unfall eines Radfahrers auf einem in der Nähe gelegenen Feldweg, den die Polizei im Kontext der Veranstaltung sieht. Anwohner erlebten, wie stark angetrunkene Jugendliche in ihre Vorgärten urinierten, wie Straßenschilder beschädigt wurden.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als könnte das beliebte Maifest, das nach Polizeiangaben über 500 Menschen anzog, friedlich über die Bühne gehen. Nach den Alkoholexzessen im Vorjahr hatten Polizei, Ordnungsamt und Veranstalter mit massiver Präsenz, mit der Absperrung des eigentlichen Feierbereichs sowie mit Kontrollen für mehr Sicherheit sorgen wollen. Ein Plan, der zunächst auch aufging. Doch nach und nach verschärfte sich die Lage, je mehr Jugendlichen mit Bussen nach Zons kamen. Ob es nur junge Leute aus Dormagen oder auch aus benachbarten Städten waren, das vermochten weder Polizei noch Heimatverein genau zu sagen. Es wird vermutet, dass sie sich über soziale Netzwerke in Zons verabredet hatten. "Es war ziemlich laut und es wurde herum gepöbelt", sagte Jennifer Schmitz, die an dem Abend einen Cocktail-Stand betrieb. "Es ist so schade, dass solche Jugendliche eine Traditionsveranstaltung für die Zonser kaputt machen", beklagte die junge Frau. Vor allem ältere Zonser, die sich nach dem Maibaumsetzen wie gewohnt auf das gesellige miteinander gefreut haben, reagierten erst irritiert, dann verängstigt. Als die Polizei ihren Einsatz offiziell gegen 1.30 Uhr beendete, war das Gros von ihnen schon nicht mehr am Schweinebrunnen. Am Maifeiertag war die Randale zwar Dorfgespräch Nummer eins, aber viel war nicht mehr zu sehen, als Ministerpräsidentin Hannelore Kraft durch die Altstadt spazierte. Bei idealen Temperaturen und guter Stimmung der vielen Besucher eröffnete der Heimat- und verkehrsverein offiziell die Tourismus-Saison.

Das nächtliche Szenario erinnert an das benachbarte Rheinfeld. Auch dort gab es jahrelang stimmungsvolle Maifeiern, ehe aus ähnlichen Gründen die Veranstaltung nicht mehr stattfand und die Rheinfelder lieber in geschlossenem Rahmen feiern. Waldecks Fazit: "Das Sicherheitskonzept hat funktioniert. Es verhinderte aber die Atmosphäre nicht, die nicht zu uns passt."

(NGZ)