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Dormagen: Aufstand der Freiwilligen Wehr

Dormagen : Aufstand der Freiwilligen Wehr

Die Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr wenden sich in einem Brief an die Ratspolitiker und sprechen sich darin gegen die Einführung einer Berufsfeuerwehr aus. Sie monieren "schlechten Stil" des Rathauses.

Die Freiwillige Feuerwehr sucht die Offensive: In einem Schreiben an die Ratsmitglieder sprechen sich die acht Löschzugführer gegen den Sparkurs von Kämmerer Kai Uffelmann aus. Dem Rathaus werfen sie einen von "wenig Respekt und Vertrauen" geprägten Stil vor. Über den Sparkurs seien sie erst durch Presseberichte informiert worden.

Die vorgeschlagene Einführung einer Berufsfeuerwehr lehnen sie ab. Begründung: "Unwirtschaftlich und falsch." Gleichwohl setzt die Freiwillige Feuerwehr auf Dialog: Sie bietet an, eine Arbeitsgruppe einzurichten, um mögliche Einsparpotenziale zu suchen.

Auslöser der Unruhe in Reihen der "Freiwilligen" ist der Vorschlag Uffelmanns, jährlich 15 000 Euro durch die "einfache Umbenennung des hauptamtlichen Teils der Freiwilligen Feuerwehr in Berufsfeuerwehr" einsparen zu wollen. Und zwar durch eine günstigere Klassifizierung bei den Feuerversicherungsprämien. "An der Zusammensetzung von Ehren- und Hauptamt ändert sich dadurch nichts".

Ein anonymer "Brandbrief", angeblich aus Reihen der "Freiwilligen" sorgte für zusätzliche Unruhe. Darin heißt es, dass bei einer Berufsfeuerwehr die freiwilligen Kräfte "nur eine untergeordnete Rolle" spielen würden. "Die Freiwilligen werden unter den Augen der Bevölkerung kaputt gemacht". Auch Feuerwehrchefin Sabine Voss wurde attackiert.

In der Stellungnahme der Löschzugführer, namentlich Rüdiger Seburschenich (Delhoven), Sascha Birschel (Gohr), Siegfried Meyer (Hackenbroich), Frank Kratochvill (Mitte), Marcus Frohn (Nievenheim), Sven Böckmann (Straberg), Dirk Schotten (Stürzelberg) und Gisbert Rohmann (Zons), distanzieren sie sich "ausdrücklich" von dem anonymen Brief: "Ein solches Vorgehen entspricht nicht unserem Umgangsstil."

Eine Berufsfeuerwehr zu installieren, so die Löschzugführer, lasse sich nicht einfach durch eine Umbenennung erreichen. Das hätten Beispiele aus anderen Städten gezeigt, wo auch derartige Sparpotenziale nicht erreicht wurden. Aus ihrer Sicht sei es "unverzichtbar", in jedem Ortsteil einen Standort der Freiwilligen zu betreiben. "So kommen wir noch mehr mit der Bevölkerung in den Dialog." Aktiv werde erfolgreich für Nachwuchs geworben, sei die Freiwilllige Feuerwehr "ein fester Bestandteil des Dorflebens". Der Vorschlag: "Wir Löschzugführer möchten uns im Dialog konstruktiv einbringen."

Zur Kritik der Freiwilligen Feuerwehr am Rathaus war gestern "aus zeitlichen Gründen" keine Stellungnahme zu erhalten. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann "kann aus terminlichen Gründen noch nichts dazu sagen", so Stadt-Sprecher Swen Möser.

(NGZ/rl)