Dormagen: Aufregung um Koran-Veranstaltung

Dormagen: Aufregung um Koran-Veranstaltung

Schützen-Chef Rolf Starke spricht von friedlichem Verlauf im Schützenhaus.

Die Kritik fiel vereinzelt heftig aus. Nachdem bekannt geworden war, dass am Sonntag im Dormagener Schützenhaus eine Veranstaltung stattfinden würde, bei der unter anderem Koran-Verse zitiert werden würden, gab es einige skeptische Äußerungen im Internet. "Das sollte man sich als Christ mal in islamischen Staaten erlauben", hieß es auf der Facebook-Seite "Dormagen passt auf". Verbunden mit dem Vorwurf, warum es der Bürgerschützen-Verein Dormagen nötig habe, das Schützenhaus "an solche Vögel" zu vermieten. Ein anderer Nutzer schrieb, dass er den Koran ablehne: "Das Mittelalter ist vorbei." Die große Mehrheit derjenigen, die sich zu dem Thema zu Wort meldeten, verteidigte die Veranstaltung indes und empfahl, sich vor einer Urteilsbildung zu informieren.

Rolf Starke, der Chef des Bürger- Schützen-Vereins, hat das als Vermieter der Schützenhalle getan - und zudem der Veranstaltung unter dem Titel "Ein Heiliger Gottes werden" mit Redner Abdulcabbar Boran persönlich beigewohnt. Gut 120 Menschen seien da gewesen, darunter viele Kinder, berichtete Starke. "Es wurde getanzt und vorgelesen, alles lief vollkommen friedlich ab." Ohnehin handele es sich beim Ausrichter, der Mihr-Stiftung, um einen anerkannt gemeinnützigen Verein. Dessen Präsident Iskender Ali Mihr hat die Ziele der 1989 gegründeten Mihr-Stiftung u.a. so beschrieben: Sie habe das Bestreben, den Islam im In- und Ausland zu erklären und erleben zu lassen. Es gehe um "das Leben und Leben lassen (anderer Menschen)". Zu den Gründungszwecken von Mihr zählt nach Angaben der Stiftung auch die Hilfe für Hilfsbedürftige. Ein anderer Zweck sei die Forschung auf dem Gebiet der Islamischen, Technischen und Sozialen Wissenschaften und die Veröffentlichung entsprechender Publikationen.

(ssc)