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Dormagen: Auflagen für Pumpkin Island

Dormagen : Auflagen für Pumpkin Island

Pumpkin Island kämpft – wieder einmal – mit der Bürokratie. Der Erlebnispark soll ein Bauleitplanverfahren für eine weitere Genehmigung einleiten. Das würde aufgrund der Kosten im sechsstelligen Bereich das Aus bedeuten.

An Zuversicht mangelt es den Machern von Pumpkin Island nicht. Auf der Internetseite wirbt der Erlebnispark bereits mit dem Saisonbeginn. Im Mai soll es losgehen. Bis es soweit ist, müssen die Betreiber, Eventmanagerin Fionie Kriegeris und Landwirt Theo Spix, aber noch einige Hindernisse aus dem Weg räumen. "Als wir in diesem Jahr mit einem Schreiben an Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann um einen Termin zur Eröffnung des alljährlichen Genehmigungsverfahrens per Baugenehmigung baten, erhielten wir die Antwort von dem Fachbereich Städtebau, dass wir in diesem Jahr ,zwingend' ein Bauleitplanverfahren für die Genehmigung unserer kleinen Landerlebniswelt einleiten müssen", schreibt Kriegeris.

"Nicht nachvollziehbar"

Die Eventmanagerin findet das "absolut nicht nachvollziehbar". Das Verfahren stehe nicht mit dem Wirken auf dem Feld und dem Maislabyrinth mit angrenzendem Zelt als Regenunterschlupf im Verhältnis. Sprecherin Barbara Ochs erklärt: "Das Bauamt argumentiert, dass die Fläche gewerblich genutzt wird." Eine Umwidmung als Gewerbegebiet würde indes Kosten im sechsstelligen Bereich für Pumpkin Island bedeuten, so Ochs: "Die Zufahrt zum Feldweg muss gemacht und der Parkplatz geteert werden, außerdem müssten die beiden Hütten von einem Architekten abgenommen werden – das können wir uns nicht leisten."

Gewerblich oder nicht – das ist ein wenig auch eine Frage der Definition: "Dauerhaft feste Einrichtungen fallen in den Bereich des Baurechts", sagt Johannes Rütten, Jurist beim Rheinischen Landwirtschaftsverband. Außenbereiche könnten indes auch ohne Bebauungsplan genehmigt werden – so wie Pumpkin Island in den vergangenen Jahren.

Tätigkeiten der Landwirte fördern

Genehmigungsschwierigkeiten hatte der Erlebnispark auch in den vergangenen Jahren. 2010 prognostizierten Kriegeris und Spix bereits, dass es die letzte Saison werden könnte. Der Rhein-Kreis Neuss als Genehmigungsbehörde habe hohe Auflagen verlangt. Bei einem Eintritt von drei Euro für Erwachsene sei das nicht zu leisten, hieß es. Die Pumpkin-Island-Macher berufen sich auf den Rheinischen Landwirtschaftsverband und die Landwirtschaftskammer.

Die seien der Meinung, "dass Pumpkin Island privilegiert ist", die Aktivität des Landwirts habe landwirtschaftlichen Charakter. Die diversifizierenden Tätigkeiten eines Landwirts müssten gefördert werden, um die Direktvermarktung seiner Produkte zu steigern. Ein Gespräch mit dem Bürgermeister hat es bereits gegeben. Ob der Park wie im Internet angekündigt im Mai öffnen kann, bleibt abzuwarten.

(NGZ)