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Dormagen: Auf Hochwasser vorbereitet

Dormagen : Auf Hochwasser vorbereitet

Zur Wochenmitte sind zweistellige Temperaturen angekündigt. Gleichzeitig soll es stark regnen. Der Rhein, dessen Wasserstand stark gesunken ist, könnte dann schnell steigen. Doch: "Es besteht kein Grund zur Panik".

Ab Freitag könnte der Wasserstand am Kölner Pegel wieder massiv steigen. Ursache sind steigende Temperaturen sowie stärkere Regenfälle. Ein Pegelstand von über sieben Metern, wie ihn die Hochwasserschutzzentrale Köln zuletzt Mitte Dezember verzeichnete, könnte dann schnell wieder erreicht werden. "Doch es besteht kein Grund zur Panik", macht Deichgräf Eduard Breimann deutlich. Er sieht aktuell keine Anzeichen für ein unmittelbar bevorstehendes Jahrhunderthochwasser. "Bis zu einem Pegelstand von zwölf Metern sind wir zudem vorbereitet", ergänzt er. Ein großes Hochwasser hält die Schutzzentrale in Köln jedoch für denkbar.

Während insgesamt dreier Übungen probten Deichverband, Bundeswehr und THW den Ernstfall laut Alarmplan, der ab acht Metern greift. Auch Big Bags wurden dazu gefüllt. Foto: Hans Jazyk

"Die Einflussmöglichkeiten von Mosel und dem Bodensee-Gebiet sind enorm", sagt Eduard Breimann. Jedoch sei der Schnee seinen Informationen nach vor allem im Moseltal bereits getaut. Dennoch sinkt der Rheinpegel aktuell weiter. "Käme es wirklich dazu, dass es sehr stark regnet und zusätzlich bundesweit taut, könnte der gesamte Niederrhein vor einem Problem stehen", ergänzt er. Doch das sei erst einmal abzuwarten. Ein extremes Hochwasser komme statistisch lediglich alle 500 Jahre vor.

"Bei einem Kölner Pegel von zwölf Metern steht die dortige Altstadt längst unter Wasser", so Breimann. Der Hochwasserschutz entlang des Dormagener Stadtgebiets von der B9 in Höhe der Arena am Höhenberg bis hin zur B9 an der Grenze zu Uedesheim, sei hingegen bis zu dieser Grenze ausgelegt. "Doch wir müssen uns bewusst machen, dass ein solches Hochwasser immer kommen kann", weiß er.

Der Flügeldeich würde bei einer Wasserhöhe von zwölf Metern als alleiniger Schutz nicht ausreichen. "Das soll er auch nicht. Er ist schließlich ein Leitdeich", erklärt Breimann. Er sorge dafür, dass der Fluss in sein ursprüngliches Bett zurückkehrt und breche Wellen. Vornehmlich schütze er die Brunnen im Grind zwischen Zons und Stürzelberg. Der Banndeich an der Deichstraße hingegen sei bis zur besagten Wasserhöhe sicher.

Den Ernstfall eines großen Hochwassers probte der Deichverband Dormagen/Zons im Vorjahr an drei Tagen. "Es ist das erste Mal, dass so viele Übungen in einem Jahr organisiert wurden", sagt der Deichgräf. Mit einem klaren Ziel: Der Alarmplan, nach dem der Deichverband im Ernstfall seine Maßnahmen einleitet, sollte überarbeitet werden. "Er wurde nun auf die Erfordernisse unserer bisher lediglich notertüchtigen Hochwasserschutzanlage angepasst", sagt Breimann. Sicher sei, dass die Anlage, die im Notfall mit Big Bags verstärkt wird, einem größeren Hochwasser standhalte.

(NGZ)