1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Auf einen Tanz mit der Snooker-Kugel

Dormagen : Auf einen Tanz mit der Snooker-Kugel

Für Bertwin Heller (64), Geschäftsführer der Billard Gemeinschaft, ist Snooker mehr als nur ein Hobby.

Wenn die Vorhänge zugezogen, die Kugeln ausgepackt und das Licht über den Billardtischen eingeschaltet wird, dann ist Bertwin Heller (64) in seinem Element. Nach sorgfältigem anvisieren stößt er filigran den weißen Spielball an, um die anderen Kugeln zu versenken. Denn beim Snooker werden die unterschiedlich farbenen Kugeln der Reihenfolge nach in die sechs Löcher gespielt. Jede von ihnen gibt eine bestimmte Punktzahl.

Der 64-Jährige hat eine facettenreiche Sportlerkarriere hinter sich. Angefangen hat er mit Fußball, danach betrieb er Geräteturnen, anschließend Tennis und darauf folgend Golf, wobei er noch immer Mitglied in einem Golfclub in Neuss Norf ist. Snooker ist in den vergangenen Jahren zu seinem neuen Sporthobby gereift: "Von Golf und Snooker kann man positiv süchtig werden."

Der in Dormagen geborene Ückerather engagiert sich seit fünf Jahren sowohl als Sportler, wie auch als Ehrenamtler, früher als Vorsitzender und heutzutage als Geschäftsführer, für die Billard Gemeinschaft Dormagen Delrath (BGDD). Der Vereinssaal befindet sich in den Räumlichkeiten des alten Delrather Kinos, hinter der Gaststätte "Zur Schranke" und somit gegenüber dem Nievenheimer Bahnhof und enthält insgesamt vier Snookertische, drei Pooltische und einen Karambolagetisch.

Bertwin Heller erinnert sich: "Früher als Kind bin ich hier im Saal ins Kino gegangen." Einige Jahre pendelte Bertwin Heller in das etwa 40 Kilometer entfernte Willich, um seiner jüngsten Leidenschaft nachzugehen. Vor fünf Jahren investierte der 64-Jährige, von Beruf selbstständiger Kfz- und Gebäudesachverständiger, mehr als 30 000 Euro in den Saal und dessen Ausstattung und legte den Grundstein für die heutigen Vereinsstrukturen.

Erst neulich konnte die Billardgesellschaft das Arsenal um einen vierten Snookertisch erweitern. Snookertische weisen unter dem grünen Tuch eine etwa vier Zentimeter dicke Schieferplatte auf, die ein lautloses Rollen der Kugeln ermöglicht. Nicht nur deshalb rangieren die circa 1200 Kilogramm schweren Snookertische in einer Preisklasse von 3000 Euro (gebraucht) bis 15 000 Euro (Profi-Tisch). Dem Verein gehören zur Zeit 45 Mitglieder an. Einige von ihnen spielen in der Snookermannschaft, die dieses Jahr am Ligaspielbetrieb teilnehmen wird. Ein Spiel, auch "Frame" genannt, dauert normalerweise mindestens 15 Minuten und maximal eine Stunde.

In Zukunft möchte Bertwin Heller noch mehr Menschen für den Sport und den Verein begeistern. Die Mitgliedschaft kostet für Jugendliche sowie Studenten bzw. Auszubildende 20 Euro im Monat und für Erwachsene 35 Euro. Besondere Tarife gibt es beispielsweise für Ehepaare, die monatlich zusammen 55 Euro an Mitgliedsbeitrag beisteuern. "Jedes Mitglied hat einen eigenen Schlüssel und kann 24 Stunden am Tag spielen", erklärt Heller. Die Atmosphäre im Verein ist sehr locker und alle Sportler, egal welchen Alters, duzen einander: "Normal kostet es ein Bier, wenn man jemanden siezt."

(NGZ)