Dormagen: Auf den Spuren chinesischer Kalligrafie

Dormagen: Auf den Spuren chinesischer Kalligrafie

Im Rahmen der Ausstellung "Von Schmetterlingen und Drachen" gab es jetzt einen Kalligrafie-Workshop im Kaminzimmer des Kreismuseums Zons, in dem die Teilnehmer Grundlagen dieser Kunstform lernen konnten.

Aus dem Kaminzimmer im Kreismuseum Zons ertönen sanfte Klänge chinesischer Musik. 14 Teilnehmer eines Kalligrafie-Workshops wollen hier die Grundlagen der chinesischen Kunst erlernen. Im Rahmen der Ausstellung "Von Schmetterlingen und Drachen", die unter der Schirmherrschaft des Generalkonsulats der Volksrepublik China steht, bietet das Kreismuseum in Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut in Düsseldorf mehrere Veranstaltungen an, so den Kalligrafie-Kursus. "Die Ausstellung geht zwar über chinesische Textilien, aber wir wollen auch andere Aspekte der chinesischen Kultur abdecken", sagt Verena Göbel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum.

Es war das erste Mal, dass es einen Kalligrafie-Workshop im Kreismuseum in Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut gab und er war gleich ausgebucht. Lehrer Huachong Niu gibt seit circa fünf Jahren Kurse am Institut in Düsseldorf. Es ist ihm deutlich anzumerken, dass Kalligrafie seine große Leidenschaft ist. "Sie ist Teil der chinesischen Kultur und die möchte ich den Menschen in Deutschland näher bringen", sagte Niu. "Es ist auch irgendwie eine Lebenseinstellung. Die schwarzen Linien auf dem Papier stehen für das, was im Leben schon erreicht wurde. Sie stehen auch irgendwie für die schwierigen Sachen im Leben".

Der Kursus beginnt mit einem kleinen Theorieblock, in dem Kalligrafie-Lehrer Niu eine kurze Übersicht zu den verschiedenen Utensilien, die bereits auf dem Tisch verteilt waren, gibt. "In der Kalligrafie haben wir vier Schätze. Den Pinsel, die Tuschestange, den Tuschestein, in den die Tusche reingerieben und mit Wasser vermischt wird, und das Papier", eröffnet Niu. Er lernte diese Grundlagen bereits mit drei Jahren in seiner Heimatstadt Xi'an in China. "Außerdem gibt es fünf unterschiedliche Typen von Kalligrafie. Einige sind eher Bilder, sie stellen einen Begriff sehr bildlich dar. Andere sehen schon ein bisschen aus wie Schriftzeichen, da sie Elemente haben, die chinesische Buchstaben sind", fügt Niu hinzu und zeigt passende Bilder.

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Nach der Theorie heißt es dann diese in die Praxis umzusetzen. Zuerst müssen alle Teilnehmer die richtige Pinselhaltung üben. Die ist gar nicht so angenehm und wirkt auf den ersten Blick etwas verkrampft. Die Teilnehmer zeichnen die Symbole für Sonne und Mond in den verschiedenen Kalligrafieschriften. Was bei Huachong Niu so einfach und schwungvoll aussieht, ist gar nicht so leicht nachzumachen. Auch die Dosierung von Wasser und Tusche will gelernt sein. "Es macht total Spaß", sagte Matteo, der mit zehn Jahren der jüngste und einzige männliche Teilnehmer ist. Niu geht rum, korrigiert die Pinselhaltung, führt unsichere Hände und zeigt noch ein paar Tricks, wie es besser geht. Schnell sind alle mit Begeisterung dabei. Ein vollgetuschtes Blatt nach dem anderen wird zur Seite gelegt und durch ein Unbeschriebenes ersetzt. "Es war toll", sagte Sabine Brügmann nach dem Kursus. "Ich finde total interessant, dass jeder in der Kalligrafie seine eigene Handschrift mitbringen kann und trotzdem können Andere es lesen".

Auch Verena Göbel freute sich über die positive Rückmeldung, "Der Workshop hatte wirklich viel Zulauf und es ist schön, dass jede Altersklasse vertreten war". Am internationalen Museumstag am 13. Mai findet noch einmal ein kostenloser Kalligrafie-Workshop statt. Huachong Niu wird wieder da sein, um Interessierten einen Einblick in die alte Tradition Chinas zu geben.

(NGZ)