Auf dem City-Flohmarkt Dormagen für zehn Euro handeln

Selbstversuch: Das gibt es für zehn Euro auf dem Trödel

Am sommerlichen Samstag ist die Auswahl beim City-Flohmarkt der SWD auf der Kölner Straße groß.

Unter dem Motto „Natürlich! Ohne Neuwaren“ bietet die Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dormagen (SWD) ihre beliebten City-Flohmärkte an, bei denen zahlreiche Trödler Stände entlang der Kölner Straße aufbauen. Doch wie ist das Preisniveau? Wir besuchen den zweiten City-Flohmarkt in diesem Jahr – immer die Mission im Blick: Einkaufen für zehn Euro. Und zwar möglichst viel oder wenigstens möglichst skurril.

Vorbei an Ständen mit Kleidung für Kinder und Erwachsene, längst abgekuschelten Stofftieren, Deko aus vergangenen Jahrzehnten oder Sammelsurien aus allem Möglichen nehmen wir die Stände genau in Augenschein und landen bei Stefanie Koska und ihrer Mutter Hannelore Vanderhagen. Die beiden Frauen sind leidenschaftliche Trödlerinnen und reisen bereits seit einem Vierteljahrhundert zu den Märkten in der Region. So viel Erfahrung macht sich bezahlt, denn im Gegensatz zu vielen anderen an diesem sonnigen Samstag haben sie ihre drei Meter Standbreite bestmöglich ausgenutzt und vor dem Tisch noch Bananenkisten zum „Grabbeln“ aufgestellt. Darin befinden sich alte Zeitungen, Haushaltsequipment wie Messbecher oder Schneebesen, Spielzeug und Gesellschaftsspiele, CDs und vieles mehr. „Vormittags versuchen wir, unsere Ware höherpreisig an den Mann zu bringen. Ab etwa 12 Uhr machen wir Ausverkauf, bieten ein Teil für 50 Cent und drei Teile für einen Euro an“, berichtet Koska.

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Wir könnten es uns nun einfach machen und für die zehn Euro 30 Teile aus den Kisten fischen – doch das wäre kein echtes Erlebnis. Auch die Kleidung auf den Kleiderstangen erscheint uns nicht ganz zeitgemäß. Stattdessen stöbern wir in den Dingen auf dem Tisch: vollständige Bestecksets zum Schnäppchenpreis, blaue Glasschüsseln, die wir vor 20 Jahren schon einmal gesehen haben, jede Menge Deko für verschiedene Geschmäcker und eine wunderschön gearbeitete alte Kleiderbürste – die unser Budget allerdings allein ausreizen würde. Stefanie Koska besitzt zwei Garagen, jede ist voll mit Trödel, aus ihrem Haus, dem ihrer Mutter und von Verwandten und Bekannten. „Es wissen alle, dass wir regelmäßig auf Trödelmärkte fahren. Und bevor man etwas wegwirft, versuchen wir, einen Käufer dafür zu finden.“ Das Geld wandert in die Urlaubskasse oder wird für Futter ihrer XXL-Maine-Coons verwendet, die sie züchtet.

Wir erstehen eine filigran geschnitzte Holzfigur eines Wanderers für fünf Euro (die drei anderen konnten wir uns nicht mehr leisten), die sich sicher irgendwann einmal perfekt als Geburtstagsgeschenk eignen wird, eine Kuschelrock-11-CD, die man immer gebrauchen kann, für 2,50 Euro, ein – sehr gut erhaltenes – Plüsch-Bambi für die Kleinen im Freundeskreis für zwei Euro und das Gesellschaftsspiel Tangram aus den Grabbelkisten für 50 Cent – alles ausgesucht mit der kompetenten Beratung der beiden Frauen, die ihr Sortiment gut kennen.

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