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Dormagen: Asylheime: Stadt sorgt selbst für Sicherheit

Dormagen : Asylheime: Stadt sorgt selbst für Sicherheit

161 Asylbewerber leben zurzeit in Dormagen, 2011 waren es noch 61. 21 Flüchtlinge sollen in den nächsten drei Monaten noch kommen.

Es gibt weder einen Sicherheitsdienst noch eine 24-Stunden-Betreuung in den beiden Wohnheimen für Asylbewerber in Dormagen. Lediglich zwei Hausmeister der Stadt schauen dort nach dem Rechten, wenn nötig, holen sie Hilfe. In diesem Jahr, sagt Sozialdezernent Gerd Trzeszkowski, habe es einen Polizeieinsatz gegeben, weil sich Anwohner durch laute Musik aus einem Ghettobluster gestört gefühlt hätten. Ansonsten: keine Auffälligkeiten.

 Auch nach Dormagen kommen in diesem Jahr noch weitere Asylbewerber. 21 hat das Land für 2014 gemeldet.
Auch nach Dormagen kommen in diesem Jahr noch weitere Asylbewerber. 21 hat das Land für 2014 gemeldet. Foto: Bandermann

161 Flüchtlinge aus 31 Nationen leben augenblicklich in Dormagen (Stand 22. September 2014), davon 144 in den beiden Wohnheimen in Hackenbroich an der Elsa-Brändström-Straße und in Rheinfeld an der Rheinfelder-Straße. Weitere 17 sind in den Obdachlosenunterkünften (Rheinfeld und Delrath) untergebracht. Dort leben auch 33 Obdachlose (Stand 29. September). Im vergangenen Jahr waren es 19 Asylbewerber weniger, nämlich 142, 2011 sogar nur 61, während es 1998 infolge des Balkankrieges 427 waren. Deren aktuelle Aufteilung, so Wiljo Katers, Leiter Soziales Wohnen bei der Stadt, habe damit zu tun, dass man möglichst homogene Gruppen zusammenbringen möchte. "Familien, alleinstehende Frauen oder Männer versuchen wir an einem Ort gemeinsam unterzubringen", sagt Katers.

Von 21 weiteren Asylbewerbern, die in den nächsten drei Monaten nach Dormagen kommen sollen, geht Gerd Trzeszkowski aktuell aus, auch wenn sich das täglich ändern könne. "Ungefähr drei Tage vorher erhalten wir vom Land Bescheid, wenn uns neue Asylbewerber zugewiesen werden", sagt der Dezernent. Platzprobleme befürchtet er nicht, denn "es verlassen ja auch immer welche die Unterkünfte" - sei es, weil ihrem Antrag nicht stattgegeben wird, oder aber, weil er genehmigt wurde und die Betroffenen damit möglichst schnell eine Wohnung auf dem freien Markt finden müssen. "Dabei helfen wir natürlich", sagt Katers.

Diese Hilfe umfasst nicht nur die Wohnungsvermittlung, sondern auch die Begleitung beim Gang zum Jobcenter. "Ebenso versuchen wir Angebote zu machen, wenn erzieherische Hilfe benötigt wird oder es Probleme in Schule oder Kindergarten gibt", sagt Katers. Eng kooperiert werde dabei auch mit den Wohlfahrtsverbänden vor Ort. "In den vergangenen zwei Jahren haben wir neun Familien und zwei Einzelpersonen, insgesamt 40 Menschen, in reguläre Wohnungen vermitteln können", so Trzeszkowski.

Die Verweildauer in den Heimen betrage im besten Fall sechs bis acht Wochen, höchstens anderthalb Jahre, sagt Katers. Die meisten Asylbewerber in Dormagen kommen aus Albanien (22), Syrien (20), Ägypten (13) und Georgien (13). Während das Land in den Bau der Häuser in Rheinfeld und Hackenbroich investiert hat, muss die Kommune für die Betriebs- und Betreuungskosten aufkommen. 550 000 Euro sind dafür für das laufende Jahr vorgesehen. Allerdings handelt es sich dabei um den städtischen Zuschuss im Bereich "Soziales Wohnen" insgesamt - heißt, enthalten sind darin auch die Kosten für die Obdachlosenunterkünfte und die Wohngeldstelle.

(NGZ)