Die "Wiener Operetten Revue": Arien, Duette und Tanzszenen

Die "Wiener Operetten Revue" : Arien, Duette und Tanzszenen

Im Wien des 19. Jahrhunderts gibt es Café-Häuser, adelige Gesellschaft und eine Musikrichtung, die das Lebensgefühl am besten beschreibt: nämlich der Walzer. Man trifft sich in angelegten Parks, in pompöser Robe und schwatzt über den neusten Stadtklatsch und die Moden.

In dieses Wien entführte am Samstagabend die "Wiener Operetten Revue" im Bettina-von-Arnim-Gymnasium unter der Leitung von Gottlieb P. Heino. Dabei wurden in der "Goldenen Fontäne der Operette" die wichtigsten Aspekte dieser Musikgattung aufgegriffen: Es gab ein eigenes siebenköpfiges Salonorchester mit einem Stehgeiger, das für die Musik am Abend sorgte. Auch ein Ballett schaffte mit sechs Tänzern die richtige Stimmung auf der Bühne.

Zum einen unterstützten sie die Sängerinnen und Sänger bei ihren Auftritten, zum anderen begleiteten sie auch eigenständig einige Operetten tänzerisch. Das sich der Abend für die zahlreich erschienen Operettenfreunde lohnen würde - manche waren dafür extra aus Bonn nach Dormagen gekommen - zeigte sich bereits nach den ersten Takten der Musik. Denn gerade berühmte Arien, Duette und Tanzszenen waren zu sehen und ließen die ganze Bandbreite der damaligen musikalischen Umgebung erahnen und wieder aufleben.

Besonders der bekannte Komponist Johann Strauß stand mit seinen weltberühmten Kompositionen im Mittelpunkt des zweistündigen Musikprogramms. Auszüge aus der "Fledermaus", des "Zigeunerbarons" oder auch den "Geschichten aus dem Wienerwald" begeisterten das Publikum. Ebenso wurden aber auch bekannte Melodien wie Jacques Offenbachs "Can Can" und der "Boccaccio" von Franz von Suppé gespielt und gesungen. Gerade die Sängerinnen und Sänger standen mit ihren historischen Kostümen und ihrem Gesang im Vordergrund und überzeugten ihre Zuschauer mit viel Talent und Können.

Liana Somic sang sich mit ihrem Solo des Zigeunerliedes in die Herzen ihrer Zuhörer, Mircea Flemming und Dana Slach durch ein Duett aus "Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauß. Passend zur Musik und der historischen Umgebung hatte Eduard Toms ein Bühnenbild entwickelt, das den Lebensstil mit Bäumen und angedeuteter Stadtkulisse im Hintergrund sehr gut wiedergab.

Am Ende der musikalischen Rundreise durch die frühere Wiener Operette waren die über 400 Besucher begeistert und dankten es den neunzehn Akteuren mit viel Beifall. Nachdem die "Goldene Fontäne", eine Kooperation des Dormagener Kulturbüros und einer ostdeutschen Konzert-Agentur ein so großer Erfolg war, soll in Zukunft verstärkt auf solche Formen der Zusammenarbeit zurückgegriffen werden. Als Höhepunkt im Dezember wurde vor kurzem das "Sorbische Nationalensemble" gebucht, dass unter dem Titel "Weihnachten in der Lausitz" mit 70 Musikern für winterliche Stimmung in Dormagen sorgen soll. damü

(NGZ)