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Dormagen: Annäherung an Köln und Bonn

Dormagen : Annäherung an Köln und Bonn

Dormagen/Rhein-Kreis Neuss Der Treffpunkt war gut gewählt: der große Trausaal im historischen Dormagener Rathaus. Dorthin hatte Bürgermeister Heinz Hilgers eine illustre Runde geladen, um eine neue Verbindung mit uralten Wurzeln zu verkünden: Dormagen und der Rhein-Kreis Neuss kooperieren mit der Region Köln/Bonn.

Dormagen/Rhein-Kreis Neuss Der Treffpunkt war gut gewählt: der große Trausaal im historischen Dormagener Rathaus. Dorthin hatte Bürgermeister Heinz Hilgers eine illustre Runde geladen, um eine neue Verbindung mit uralten Wurzeln zu verkünden: Dormagen und der Rhein-Kreis Neuss kooperieren mit der Region Köln/Bonn.

Vertreter der Stadt und des Kreises nehmen demnächst an den Sitzungen einiger Arbeitskreise der Region teil, schließen bilaterale Vereinbarungen mit anderen Mitgliedern des "Verein Region Köln/Bonn", schließen sich zu gemeinsamen Präsentationszwecken zusammen. Nach Angaben des Leverkusener Oberbürgermeisters Ernst Küchler, Vorsitzender des Vereins, werden zunächst schwerpunktmäßig Themen zusammengestellt und eine schriftliche Kooperationsvereinbarung vorbereitet.

Bei den südlichen Nachbarn stieß die Initiative von Hilgers und Landrat Dieter Patt auf offene Ohren. Vor allem der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma und Küchler sehen zahlreiche Anknüpfungspunkte für Gemeinsamkeiten. Schramma: "Wir haben unter anderem im Raum Dormagen und Rommerskirchen enge Verflechtungen in den Bereichen Verkehr, Arbeiten und Naherholung."

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Ganz oben auf der Agenda steht die Wirtschaftsförderung: Alle drei Standorte gehören zum Chemiegürtel um die Domstadt mit entsprechendem Handlungs- und Abstimmungsbedarf von den Sicherheitsfragen bis zu möglichen Ansiedlungsvorhaben in den Chemieparks. Ein Beispiel: Bei einem Unglück größeren Ausmaßes im Bayer Chemiepark Dormagen übernimmt die Berufsfeuerwehr Köln die Führung - die Grenze der Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf verläuft quer durch den Chemiepark .

Im Energiebereich mit der Beteiligung von RheinEnergie Köln an der evd, dem Verkauf der Industriebahn an die Hafen- und Güterverkehr- Gesellschaft sind bereits Projekte umgesetzt worden. "Jetzt geht es um eine vertraglich vereinbarte Kooperation." Die Federführung wird dabei der Rhein-Kreis Neuss übernehmen; Patt wird den Kreistag informieren und sich dort politische Rückendeckung holen.

Ein weiterer Vorteil der neuen Verbindungen: "Es können bilaterale Formen der Zusammenarbeit auf allen Ebenen zwischen den Beteiligten geknüpft werden", spricht Werner Stump, Landrat des Rhein-Erft-Kreises aus Erfahrung. So ist jetzt ein zusammenhängender Radweg über 290 Kilometer vom Niederrhein bis weit nach Rheinland-Pfalz hinein fast wie ein Selbstläufer aus der regionalen Zusammenarbeit entstanden.

Schramma outete sich zum Beispiel als Zons-Fan und kann sich durchaus vorstellen, im regionalen Gesamtpaket für die Zollfeste, Schloss Dyck und Insel Hombroich die Werbetrommel zu rühren.

Patt und Schramma wollen einen begrenzten Katalog weiterer Themen erarbeiten, der dann konzentriert bearbeitet werden kann. Fest vereinbart wurde bereits, dass Kreis-Vertreter in die Arbeitskreise Wirtschaft, Europa und Natur/Landschaft der Region entsendet werden.

Landrat Patt macht deutlich, dass "wir an der Rheinschiene diese verstärkte Kooperation brauchen, um uns im europäischen Wettbewerb behaupten zu können". Das sei kein Affront gegenüber Düsseldorf: "Unsere politische Zugehörigkeit zur Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein bleibt unangetastet. Wir wollen uns zu beiden Seiten öffnen und sinnvolle Kontakte knüpfen."

In der NGZ am Donnerstag können Sie folgende Beiträge lesen: Interview: Fritz Schramma, Porträt: Ernst Küchler und einen kurzen Kommentar Zur Sache: Neue Alte Wege

(NGZ)