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Angebot für Behinderte in Dormagen: Neue Wohngruppe und Beratungsstelle

Für Menschen mit Behinderung : Lebenshilfe erweitert Hilfsangebote

Sechs erwachsene Menschen mit Behinderung ziehen in eine neue WG der Lebenshilfe in Horrem ein, auch eine neue Beratungsstelle gibt es.

Die sechs WG-Bewohner der neuen Wohngruppe des Betreuten Wohnens der Lebenshilfe Rhein-Kreis Neuss freuen sich auf ihre neue Gruppe in Horrem, in die sie im Januar 2021 einziehen. Sie haben noch etwas gemeinsam: Sie machen einen wichtigen Schritt in ein eigenständigeres, selbstbestimmtes Leben. „Der Auszug aus dem ‚Hotel Mama‘ ist für viele junge Erwachsene – und auch ihre Familien – sehr wichtig, denn sie lösen sich ganz bewusst ein wenig voneinander“, sagt Roland Struzyna, Bereichsleiter Betreutes Wohnen bei der Leben und Wohnen gGmbH. Er begleitet seit 25 Jahren Menschen mit Behinderung, die in Wohngruppen oder auch im Einzelwohnen von seinem Team betreut und begleitet werden.

„Die neue Wohngruppe in Dormagen erweitert unser Angebot im Rhein-Kreis Neuss“, so Struzyna. Neben der Wohnmöglichkeit wird es auch einen „BeWo-Stützpunkt“ geben. Dieser dient dazu, weitere Klienten, welche in der Umgebung in einer eigenen Wohnung leben, beim selbständigen Wohnen zu unterstützen. Zudem wird es ein Beratungsangebot für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörigen geben, das zeitgleich Anlaufstelle für Jedermann im Quartier sein soll, der Rat und Hilfe sucht. Die Lebenshilfe sucht noch Mitarbeiter für das Team in Dormagen.

Die Resonanz bei der Vorstellung des neuen Wohnangebotes im Betreuten Wohnen in Horrem war gut. „Wir freuen uns, dass viele Menschen mit geistiger Behinderung den Weg in ein selbstverantwortetes Wohnen mit unserer Betreuung gehen möchten“, sagt Roland Struzyna. Zusagen konnten er und Teamleiterin Margareta Gerstacker sechs Bewerbern für die neue Wohngruppe in Dormagen. „Wir haben einen gemeinsamen Grillnachmittag zum Kennenlernen veranstaltet“, berichtet Gerstacker. „An diesem Nachmittag konnten wir schon gut erkennen, dass diese sechs toll zusammenpassen und sich prima ergänzen und verstehen“, sagt sie.

Das gemeinsame Zubereiten des Essens, das Tischdecken und der Umgang miteinander seien sehr natürlich und schön gewesen und habe allen Spaß gemacht. „Natürlich müssen wir darauf achten, dass Menschen zusammenleben, die ähnliche Interessen haben, die sich gegenseitig auch unterstützen können, die sich arrangieren und sich tolerieren, wie sie sind“, weiß Struzyna. Er erklärt: „Unsere Aufgabe in der Betreuung besteht dann darin, die Klienten nach ihrem individuellen Bedarf zu unterstützen und zu begleiten. Zum Beispiel bei Einkäufen, bei Haushaltsaufgaben, bei Arztbesuchen oder in der Freizeit.“ Das Achten auf die Einhaltung des Arbeitsalltags und der Hygiene sei Teil der Arbeit im Betreuten Wohnen. „Die meisten unserer Klienten arbeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und sind ab dem Nachmittag zu begleiten“, beschreibt Gerstacker.

„In der Wohngruppe in Horrem wird es auch einen Nachtbereitschaftsdienst geben“, sagt sie. Ebenso steht in direkter Nähe ein BeWo-Büro als Anlaufstelle für die Bewohner der Wohngruppe und für Menschen mit geistiger Behinderung und ihren Angehörigen zur Verfügung, die dort auch ein Beratungsangebot in Anspruch nehmen können. Dort können noch neue Mitarbeiter das BeWo-Team in Dormagen fachlich ergänzen.