Dormagen: Amprion prüft Konverter für Gohr oder Silbersee

Dormagen: Amprion prüft Konverter für Gohr oder Silbersee

Das Unternehmen sucht nach Alternativen für den Aufbau der umstrittenen Konverterstation. Zwei liegen auch in Dormagen.

Obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch nicht offiziell im Amt ist, macht der designierte Bürgermeister Erik Lierenfeld das Thema Konverter zur Chefsache: Er wird zusammen mit einem Mitarbeiter aus dem Planungsamt am kommenden Dienstag im Neusser Dorint-Hotel dabei sein, wenn dort der Übertragungsnetzbetreiber Amprion (Dortmund) die Standorte vorstellt, die für einen Konverter im Rhein-Kreis Neuss in Frage kommen. Auf Dormagener Stadtgebiet könnten das Gohr und der Silbersee sein. In Meerbusch-Osterath ist das Thema Konverter hoch umstritten.

"Wir wissen, dass dies zwei Standorte sind, die von Amprion geprüft wurden", sagt Planungsamtsleiter Gregor Nachtwey, "mehr wissen wir nicht und sind sehr gespannt." Laut Amprion geht die Standortsuche für den nördlichen Konverter für das Projekt Ultranet in die nächste Phase. Im Dezember vergangenen Jahres sei mit den Städten und Gemeinden über Auswahlkriterien für einen Standort diskutiert und bis Anfang des Jahres Hinweise entgegen genommen. Seit April liegt der endgültige Kriterienkatalog öffentlich vor. Das Unternehmen will nun den "Suchprozess erläutern", so eine Amprion-Sprecherin, "und die auf der Grundlage des Kriterienkatalogs am besten geeigneten Standortbereiche vorstellen".

Inhaltlich geht es darum: Ultranet ist ein Gemeinschaftsprojekt von Amprion und TransnetBW. Die geplante neue Stromleitung funktioniert auf der Basis einer leistungsfähigeren Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik zwischen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Sie soll verlustarmen Transport von Energie über weite Strecken ermöglichen. Genutzt werden sollen bereits bestehende Freileitungsgstänge. Eine Konverterstation, die eine Flächengröße von etwa 370 mal 260 Meter benötigt, ist erforderlich, um Drehstrom in Gleichstrom umzuwandeln, oder umgekehrt. Aus Sicht von Amprion ist Osterath der beste Standort. Dagegen regt sich vor Ort seit längerer Zeit erheblicher Widerstand aus der Bürgerschaft.

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Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens prüft Amprion Alternativen in einem Radius von 20 Kilometern. Ist beispielsweise eine Fläche geringer als 370 mal 260 Meter, so wäre dies ein Ausschlusskriterium. Ein Standort soll mindestens 200 Meter Abstand zu einer Wohnbebauung haben. Er soll zudem möglichst nah an bestehenden 380 Kilovolt-Höchstspannungsfreileitungen liegen. Das ist bei Gohr der Fall, wo die Höchstspannungstrasse von 220 auf 380 kv umgebaut wurde. Ausreichend Flächen sind dort ebenso vorhanden wie am Silbersee. Wobei Stadtplaner Nachtwey darauf hinweist, dass in beiden Fällen sich die Flächen in Privatbesitz befinden. Finanzielle Vorteile hätte die Stadt von einer solchen Konverter-Ansiedlung nicht, "hoher Flächenverbrauch und keine Gewerbesteuer".

Für das Dortmunder Unternehmen zählt als Kriterium auch die Möglichkeit, ein solches Projekt planmäßig, das heißt, zeitnah umsetzen zu können. Ebenso die Wirtschaftlichkeit. Und dort lag bislang Osterath vorne.

(NGZ)
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