Amprion baut Freileitung von Gohr über Rommerskirchen bis Bergheim

Investition: 17 Millionen Euro für neue Stromleitung

Für die 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung zwischen Gohr und Rommerskirchen startet der Netzbetreiber Amprion diese Woche mit den ersten Bauarbeiten. Die zehn Kilometer lange Strecke soll bis 2021 fertiggestellt sein.

Ab dieser Woche beginnen die Vorarbeiten, um eine neue Höchstspannungsleitung zwischen dem Umspannwerk Gohr über Rommerskirchener Gebiet bis nach Bergheim zum Umspannwerk Rommerskirchen zu erstellen. Drei Jahre lang sind für die Arbeiten entlang der zehn Kilometer langen Strecke eingeplant – 17 Millionen Euro kostet der Bau der neuen Trasse.

Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion bereitet nun die 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung zwischen Gohr und Bergheim vor, indem das Unternehmen Wege zur Anlieferung von Material und Maschinen bauen lässt. „Wir müssen zunächst Wege für die schweren Geräte erstellen, mit denen die Bauarbeiten vorangetrieben werden“, sagte Joëlle Bouillon, Projektsprecherin von Amprion. „Die Fundamente und großen Masten werden erst im Oktober zu sehen sein“, ergänzte die Sprecherin. Die ausführenden Firmen richten für die Zeit des Baus Wege, Lagerflächen und Platz für Maschinen und Geräte ein. Von dort aus sorgen sie für den reibungslosen Bauablauf entlang der Trasse. Voraussichtlich ab Mitte Oktober starten die Arbeiten zur Errichtung der durchschnittlich 55 Meter hohen Masten, wie Amprion mitteilt.

Die Verbindung zwischen Gohr und Rommerskirchen ist rund zehn Kilometer lang. Der Neubau ist entlang einer vorhandenen Freileitung geplant. Die neue Leitung verläuft von der Schaltanlage Gohrpunkt durch einen kleinen Teil des Dormagener Südens, auf Rommerskirchener Gebiet an Anstel, Frixheim, Nettesheim und Butzheim vorbei über einen Knick in Pulheim bis zur Umspannanlage Rommerskirchen in Bergheim, die nur so heißt, aber nicht auf Rommerskirchener Gebiet liegt.

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Die 17-Millionen-Euro-Trasse soll bis auf wenige Ausnahmen von Nord nach Süd gebaut werden. „Das hängt auch von der Absprache mit den Eigentümern der Grundstücke ab“, erläutert Joëlle Bouillon. Die Genehmigung für den Bau wurde im Sommer von der Bezirksregierung Düsseldorf veröffentlicht. Vor Baubeginn wurden die Eigentümer, Pächter und Behörden in der Region über die anstehenden Arbeiten informiert.

Besonderes Augenmerk lege Amprion auf die Schnittstellen mit den viel befahrenen Straßen wie der B 477 und der B 59, wie Projektsprecherin Joëlle Bouillon auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte: „In der Regel wird eine Straße nicht lange gesperrt, bis dort ein Gerüst mit Netzen zum Schutz aufgebaut ist.“ Die Netze sollen verhindern, dass eventuell herabfallende Teile Schaden anrichten. Das alles werde mit den beteiligten Kommunen besprochen und rechtzeitig bekannt gegeben, so die Sprecherin. Sie hoffe, dass der Fertigstellungstermin im Jahr 2021 gehalten werden kann. Bereits in diesem Herbst möchte Amprion einige Masten errichten, wie Bouillon erklärt: „Wir wollen dieses Jahr schon viel schaffen, bis der Frost kommt.“

Durch das Vorhaben wird die Übertragungskapazität im nördlichen Rheinland erhöht. Das ist aufgrund der zunehmenden Übertragung von Windenergie aus dem Nordwesten Deutschlands nach Süden und ergänzender regionaler Einspeisung von Kraftwerksleistung notwendig. Die Verbindung ist Teil des Vorhabens Nr. 15 zwischen Osterath und Weißenthurm im Energieleitungsausbaugesetz. Zwischen Bornheim und Weißenthurm ist die Leitung bereits seit 2011 in Betrieb. Weitere Abschnitte befinden sich im Bau.

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