Dormagen: Alte Schilder werden ersetzt

Dormagen: Alte Schilder werden ersetzt

Der Leiter der Technischen Betriebe, Gottfried Koch, hält seine Schilderkolonne dazu an, noch einmal ein genaues Auge auf alle Verkehrszeichen zu werfen. Kein altes Schild soll mehr stehen bleiben. Denn die sind nicht mehr gültig.

Bisher sind bei der Straßenverkehrsbehörde in Dormagen noch keine Widersprüche gegen Bußgelder eingegangen mit Begründung, das missachtete Verkehrsschild sei alt und deshalb ungültig. Das aber könnte sich bald ändern. Seit der letzten Änderung der Straßenverkehrsordnung nämlich gelten viele alte Verkehrsschilder nicht mehr.

Das Verkehrsministerium äußert sich eindeutig: alte Verkehrsschilder, die nicht dem Design von 1992 entsprechen, sind "ungültige Verkehrszeichen". Das eingeschränkte Halteverbot in beide Richtungen etwa wird nun von einem runden rot umrandeten und einfach durchgestrichenen Schild mit zwei einzelnen Pfeilen auf blauem Grund signalisiert. Die alte Version zeigte einen Doppelpfeil. Wer im Bereich eines solchen Schildes unrechtmäßig parkt, hat laut ADAC, wenn ihm ein Bußgeld ausgestellt wird, gute Chancen vor Gericht.

Wie viele der alten Schilder noch in Dormagen stehen, kann Gottfried Koch, Leiter der Technischen Betriebe, nicht sagen. Schon gar nicht, wo sie stehen. "Es gibt kein Kataster für Verkehrszeichen", sagt er. Doch er schätzt, dass es, wenn überhaupt, nur noch sehr wenige sind. Seit 1992 werden sie ausschließlich durch Schilder mit neuem Design ersetzt. Zwischen 400 und 450 Verkehrsschilder wechseln die technischen Betriebe Jahr für Jahr an Dormagens Straßen aus. Weil sie verblichen, Unfällen oder Vandalismus zum Opfer gefallen, oder – das kommt laut Koch in seltenen Fällen am Waldwegen vor – beschossen worden sind.

Normalerweise habe ein Verkehrszeichen eine Lebensdauer von etwa zehn Jahren. "18 Jahre alt wird kaum ein Schild", sagt Gottfried Koch. Und wenn doch, dann allerhöchstens an einer "unbedeutenden Stelle" am äußersten Ende eines Wohngebiets. Trotzdem wird er seinen beiden Mitarbeitern der Schilderkolonne, die regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs sind, noch einmal einschärfen, auf eventuelle alte Schilder zu achten. Denn falsche Parkverbotsschilder könnten der Stadt Einnahmeausfälle bescheren, wenn die Strafzettel angefochten werden.

Etwa 17 000 Euro kostet die Stadt das Auswechseln der Zeichen jedes Jahr allein an Schild-Material. Die billigsten Schilder sind die runden, sie kosten 25 Euro, 60 Euro die eckigen Stopp-Schilder. Dazu müssen allerdings noch die Arbeitskosten für das Aufstellen gezählt werden, ein kaum zu beziffernder Betrag laut Gottfried Koch. Andere Experten schätzen die Gesamtkosten auf 400 bis 500 Euro pro Schild.

(NGZ)