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Dormagen: Alte Münze im Garten entdeckt

Dormagen : Alte Münze im Garten entdeckt

Bereits im Jahr 2005 fand der Landschaftsgärtner Wolfgang Klingen bei Erdarbeiten eine kupferne Münze. Jetzt steht fest: Es handelt sich dabei um einen friesischen Deut, auf den das Sprichwort "... keinen Deut wert" zurückgeht.

Sie ist nicht mehr ganz rund, grün angelaufen, ein wenig abgenutzt. Nicht viel größer als ein Daumennagel ist der friesische Deut, der auf dem Schreibtisch des Stürzelberger Archäologen Jost Auler liegt. Auch ist er nicht viel wert – das sagt man ihm sogar in einer Redewendung nach: "... keinen Deut wert" lautet ein hartes Urteil, das seinen Ursprung in den Niederlanden hat. Dort hieß es einst: "Ik geef er geen' koperen duit voor" (Da geb' ich keinen kupfernen Deut für).

Die Münze auf dem Schreibtisch hat der Stürzelberger Landschaftsgärtner Wolfgang Klingen (53) bereits im Jahr 2005 bei Arbeiten an der Garather Straße in Rheinfeld gefunden. "Ich habe einen Rasen angelegt und bei der Harkerei kam die Münze schließlich an die Oberfläche", erzählt Wolfgang Klingen von dem Fund. Jahrelang lag der Deut in seiner Schublade, bis er ihn seinem ehemaligen Schulkameraden Jost Auler zeigte, der die Münze der Numismatikerin Claudia Klages vom Rheinischen Landesmuseum schickte. Die kommt nun zu dem Urteil: "Da die Münze versehentlich nur einseitig geprägt wurde, ist eine ganz genaue Datierung nicht möglich." In der Tat lassen sich Details nur schwerlich entdecken. Ein Wappen ist erkennbar, die Umrisse eines Löwen lassen sich erahnen, möglicherweise einige Kronen.

Klar ist aber: Der Deut stammt aus dem 17. Jahrhundert. Zunächst wurde die Münze aus Silber hergestellt, später wurde Kupfer verwendet. So verlor das Geldstück seinen Wert. "Derjenige, der diese Münze verloren hat, hat ihr womöglich keine Träne nachgeweint", meint Jost Auler und schaut sich die Münze nachdenklich an. Der Archäologe sieht auch einen Zusammenhang mit dem 30-jährigen Krieg: "Krieg ist teuer, da hat man Edelmetalle aus den Münzen eben rausgelassen." Vermutlich über den Handelsweg, auch durch Soldaten habe sich das Geldstück auch in Deutschland verbreitet. Erstmalig in Umlauf gebracht wurde die Währung im 14. Jahrhundert; bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde mit dem Deut in den Niederlanden bezahlt. Jost Auler glaubt, dass es sich um einen so genannten Sekundärfund handelt. Beim Abbau von Humus aus einer Kiesgrube könnte sie nach Rheinfeld transportiert worden sein.

Wolfgang Klingen hat für die Münze keine Verwendung. Der Stürzelberger sagt, er wolle das altertümliche Geldstück wohl an ein Stadtmuseum spenden. Ohnehin ist der friesische Deut für den Finder gar nicht mal so besonders: "Wenn man den ganzen Tag buddelt, findet man auch öfter mal was." Zum Beispiel? Beim Anlegen eines Brunnens sei er zuletzt auf ein Horn gestoßen – "vermutlich stammt es von einem Säbelzahntiger."

(NGZ)