Dormagen: Allergie: Das müssen Sie wissen

Dormagen: Allergie: Das müssen Sie wissen

Die Nase läuft, die Augen jucken – über die ersten Frühlingsgefühle können sich viele Allergiker nicht freuen. Was Betroffene gegen das Leiden unternehmen können, erklärt Dr. Norbert Sijben, Sprecher des Praxisnetzes.

Die Nase läuft, die Augen jucken — über die ersten Frühlingsgefühle können sich viele Allergiker nicht freuen. Was Betroffene gegen das Leiden unternehmen können, erklärt Dr. Norbert Sijben, Sprecher des Praxisnetzes.

Mit dem Frühlingserwachen beginnt in diesen Tagen die Leidenszeit der Allergiker. Die NGZ hat bei Dr. Norbert Sijben, Sprecher des Praxisnetz gefragt, was Betroffene unternehmen können. Wann beginnt die Pollenzeit? "Die Hasel ist in voller Blüte", erklärt Dr. Sijben. Seit einigen Tage kommen vermehrt Patienten in seine Praxis. Aufgrund des harten Winters beginnt die Blühzeit der Haselnuss in diesem Jahr allerdings spät. In milden Jahren blühen die Sträucher oftmals schon ab Januar. Worunter leiden Allergiker am meisten? Es gibt drei große Gruppen: Nach der Haselnuss folgt im April die Birke; von Ende Mai bis September blühen die Gräser.

In welchen Jahren sind Patienten besonders betroffen? "Die schlimmsten Jahre sind warm, schön und windig", erklärt Sijben. In ländlichen Gegenden, in der Heide, fliegen noch deutlich mehr Pollen aus in der Stadt. Regen bedeutet Erleichterung für Allergiker. Er spült die Pollen zu Boden. Leiden Allergiker stärker, wenn besonders viele Pollen fliegen? Nicht unbedingt. Dr. Sijben sagt: "Wenn jemand von Allergie betroffen ist, kommt es nicht unbedingt auf die Menge an. Es können schon kleine Pollenmengen reichen, um eine maximale Veränderung im Körper zu verursachen." Können Betroffene leichtes Leiden ignorieren?

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Das ist gefährlich. "Wenn man nichts unternimmt, kann es schlimmer werden", sagt Sijben. Im schlimmsten Fall kann eine Allergie zu einem allergischen Asthma werden. Welche Medikamente helfen im Notfall? Tropfen, Nasensprays und Tabletten können helfen. Sijben warnt allerdings vor herkömmlichen Nasensprays. Sie können die Nasenschleimhaut angreifen. Langfristig kann Patienten eine Pollen-Immuntherapie helfen: eine so genannte Hyposensibilisierung. Die kann als Spritzentherapie oder mit Tropfen erfolgen. Gibt es Nebenwirkungen? "Früher haben Anti-Allergie-Tabletten Nebenwirkungen hervorgerufen", sagt Sijben.

Bei modernen Medikamenten tritt diese Problematik nicht mehr auf. Zum Teil sind diese Präparate frei erhältlich. Wirken Allergien bei Kindern anders als bei Erwachsenen? Nein. Allerdings gibt es bestimmte Medikamente für Kinder. Was können Betroffen sonst noch gegen Allergien unternehmen? Wer vorbeugen möchte, sollte seinen Urlaub am Meer verbringen. Dort werden die Pollen vom Seewind ins Landesinnere geweht. Ist Allergie ein Phänomen der heutigen Zeit? "Kinder wachsen heute steriler auf", sagt Sijben. Kinder, die auf einem Bauernhof im Dreck aufwachsen, sind seltener von Allergieen betroffen. Doch auch die Genetik spielt eine Rolle. Leiden die Eltern an einer Allergie, sind auch die Kinder häufig betroffen.

Info Über den aktuellen Pollenflug informiert: www.donnerwetter.de/pollen.

(NGZ)