Aktionstag in Dormagen: Stadt zeigt wie „fair“ sie schon ist

Aktionstag in Dormagen : Stadt zeigt, wie „fair“ sie schon ist

Die Stadt veranstaltet mit Vereinen und Initiativen einen Aktionstag rund um fairen Handel und regionale Produkte.

120 Mehrwegbecher verschenkte die Stadt am Samstag bei dem Aktionstag in der Innenstadt. Gegen eine kleine Spende schenkten einzelne Schüler des Norbert-Gymnasiums auch ihren eigens produzierten fairen „Knechtsteden Kaffee“ aus. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, wo die Produkte herkommen und wie sie produziert werden“, erklärt Anke Tobies-Gerstenberg vom städtischen Umweltteam. „Gemeinsam mit dem NGK sowie diversen Vereinen und Initiativen wollen wir über fairen Handel, regionale Produkte und Nachhaltigkeit informieren“.

Das NGK hat im Hinblick auf diese Themen vor einiger Zeit die Vorreiterrolle übernommen: 2014 wurde die Schule in ihrem Bemühen um Nachhaltigkeit und Klimaschutz als erste Fairtrade-Schule Dormagens ausgezeichnet. Zu ihren Erfolgen gehören u.a. der schuleigene „Fairomat“, in dem ausschließlich fair gehandelte Produkte verkauft werden, darunter Schokolade und Fruchtgummis, die sie bei der „Gepa“ oder „El Puente“ erwerben.

Bei dem Aktionstag stellte sich außerdem die Initiative „EssensRetter“ vor. Als eine Gemeinschaft von Ehrenamtlern setzen sie sich gegen die Verschwendung von weggeworfenen Lebensmitteln ein, indem sie zu örtlichen Betrieben in und um Dormagen fahren und abgelaufene Produkte abholen – darunter sowohl kleinere Gastronomien als auch namenhafte Discounter. „Nur weil die Lebensmittel um wenige Tage abgelaufen sind, sind sie noch lange nicht giftig“, macht Petra Kittlaus von den „EssensRettern“ deutlich. Die freiwilligen Fahrer fahren dabei erst einmal für sich selbst: „Unsere rund 30 aktiven Fahrer dürfen die abgeholten Produkte selbst weiterverwenden und verteilen. Das, was übrig bleibt, wird zu den öffentlichen Verteilern gebracht, an denen sich alle Bürger kostenlos bedienen können.“ Aktuell gibt es nur einen Verteiler in Worringen an der Bitterstraße 79.

Ebenfalls mit jeweils einem Stand beim Aktionstag vertreten waren die Verbraucherzentrale NRW, die über nachhaltigen Konsum beriet sowie der Klosterladen Knechtsteden, der fair gehandelte Produkte verkaufte. Außerdem die biologische Station des Rhein Kreis Neuss„Haus der Natur“, die an ihrem Stand Äpfel aus der Region verkaufte. „Im Rahmen der ‚Obstwiesen-Initiative‘ bauen wir regional Obst an. Seit 1999 betreuen wir mittlerweile 20 Obstwiesen mit 2000 verschiedenen Bäumen“, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer und Diplom-Landschaftsökologe Thomas Braun. Neben Äpfeln werden auf den Obstwiesen im Rhein-Kreis Neuss unter anderem auch Birnen, Pflaumen und verschiedene Walnusssorten angebaut.

Seit zwei Jahren ist Dormagen offiziell „Fairtrade-Town“. Mit dem NGK sowie dem Bettina-von Arnim Gymansium gibt es zwei Fairtrade-Schulen in der Stadt. Weitere Schulen sind auf dem Weg dorthin. Damit Dormagen seiner Auszeichnung als „faire Stadt“ weiterhin gerecht zu wird, muss die Stadt alle zwei Jahre nachweisen, dass sie die entsprechenden Kriterien immer noch erfüllt. Dazu zählen die Organisation regelmäßiger Bildungs- und Informationsveranstaltungen.