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Dormagen: Air Liquide baut Anlage für 100 Millionen Euro

Dormagen : Air Liquide baut Anlage für 100 Millionen Euro

Ab 2014 soll ein Reformer die TDI-Anlage mit Wasserstoff und Kohlenmonoxid versorgen. 20 Arbeitsplätze entstehen im Chempark.

Das Geschäft von Air Liquide ist alles andere als heiße Luft. In so genannten Reformern kühlt das französische Unternehmen Erdgas stark ab, um daraus die Moleküle Wasserstoff und Kohlenmonoxid zu gewinnen. Eine solche Anlage für rund 100 Millionen Euro soll bis 2014 im Chempark Dormagen entstehen. Versorgt werden soll damit die TDI-Anlage, die Bayers Kunststoffsparte MaterialScience 2014 anfahren will. "Unsere Gase werden in vielen Bereichen genutzt: in der Chemie, bei der Halbleiterproduktion, im medizinischen Segment bei Narkosegasen", erklärt Robert Kremer, der die Anlage von Air Liquide-Seite vorstellte.

Der für Dormagen beantragte Reformer hat eine Produktionskapazität von 22 000 Tonnen Wasserstoff und 120 000 Tonnen Kohlenmonoxid pro Jahr. Für die Arbeit an der Anlage, die auf einer Fläche von 16 000 Quadratmetern gebaut werden soll, werden allein bei Air Liquide langfristig bis zu 20 Jobs am Standort Dormagen entstehen. Das seien Ingenieure, Mechatroniker, Schlosser oder Elektriker.

Die Bestätigung der Vollständigkeit der Genehmigungsunterlagen durch die Bezirksregierung Köln und die öffentliche Auslegung des Antrags nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) erwartet das Unternehmen in Kürze.

Die Auslegung des Genehmigungsantrags erfolgt in Dormagen im Technischen Rathaus an der Mathias-Giesen-Straße, in Köln und Monheim. Binnen der gesetzlichen Frist von einem Monat können sich Interessierte ein Bild von dem geplanten Vorhaben machen. Air Liquide informiert in diesen Tagen Bürger, Verbände, Funktionsträger aus Politik und Medien aktiv über das geplante Vorhaben. Für Air Liquide sei der Bau des Reformers, der Anfang 2013 in Angriff genommen werden soll, das erste gemeinsame Vorhaben mit Bayer in Deutschland.

Teil des Genehmigungsantrags ist zudem eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung. Hierbei werden Parameter wie Abluft, Abwasser oder Schall hinsichtlich ihrer möglichen Auswirkungen analysiert. "Die vom TÜV-Süd durchgeführte Untersuchung der Immissionsprognose hat ergeben, dass durch den Bau und Betrieb des geplanten neuen Reformers keine erheblichen Auswirkungen auf Umweltschutzgüter wie Mensch, Natur und Umwelt abzuleiten sind", erklärte Kremer.

Chempark-Leiter Ernst Grigat zeigte sich erfreut über die Entwicklung des Air Liquide-Vorhabens. "Mit der Auslegung der Genehmigungsunterlagen beginnt ein wichtiger Teil des Projektes, bei dem sich die Öffentlichkeit umfassend informieren kann", erklärte Grigat und hob die Bedeutung des geplanten Reformers hervor. "Die Anlage stärkt den Verbund am Standort und ist unter anderem für die geplante TDI-Anlage von Bayer MaterialScience sehr wichtig."

(NGZ)