Dormagen: Ärzte-Netzwerk bald "erwachsen"

Dormagen: Ärzte-Netzwerk bald "erwachsen"

Das 2000 gegründete Praxisnetzwerk Dormagen hat 103 Mitglieder.

"Volljährig" wird 2018 auch das Praxisnetz Dormagen (PND), allerdings erst in gut zehn Monaten. Die Satzung der "virtuellen Gemeinschaftspraxis" datiert vom 8. November 2000, darin als Ziele festgeschrieben: Verbesserung der ambulanten medizinischen Versorgung durch engen kollegialen Austausch zwischen Haus- und Fachärzten, Qualitätssicherung und Stellungnahme zu gesundheitspolitischen Themen.

Neun Mediziner gründeten den Verein, heute zählt er 103 Mitglieder. Nahezu jede Dormagener Praxis ist dabei, Ärzte aus den Nachbarstädten Neuss und Köln ebenfalls. "Einzigartig in der weiteren Umgebung", sei der Zusammenschluss, sagt Gründungsmitglied und Pressesprecher Dr. Norbert Sijben, "und von Beginn an eine Erfolgsgeschichte". Die Dormagener Patienten profitieren von der guten Verdrahtung der Ärzte untereinander, "gerade wenn ein schneller Facharzttermin nottut, greifen wir zum Hörer und rufen den Kollegen an". Rein rechnerisch, sagt Sijben, sei die Facharztversorgung in Dormagen gut.

Noch im "Kindergartenalter" erreichte das Praxisnetz die Einrichtung der Notfallpraxis am Kreiskrankenhaus (2005) und gründete einen Schulungsverein für Diabetiker und Bluthochdruck-Patienten. Streiks gegen zunehmende Bürokratisierung, die wertvolle Patienten-Zeit frisst, gegen die Rationierung ärztlicher Honorare und Missstände im Gesundheitssystem bestimmten die "Grundschulzeit" des Netzwerks von 2006 bis 2009. Später zogen die Mediziner gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ins Feld und machten sich jüngst für den Erhalt der exzellenten palliativmedizinischen Versorgung stark. Sie schulen einander, informieren über die Bedeutung von Impfungen und Vorsorge, stellen Krankheitsbilder und Therapieansätze vor.

Was steht im 19. Jahr des Bestehens im Fokus? "Wir beobachten die bundespolitischen Entwicklungen wie die Bürgerversicherung, die für uns nicht das Modell der Wahl ist", sagt Sijben. Vom zukünftigen Bundes-Gesundheitsminister wünsche sich die Dormagener Ärzteschaft laut Sijben vor allem eins: "Dass die veraltete Gebührenordnung endlich auf neuen Stand gebracht wird."

(-fg)