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Dormagen: Ärger um Galerie Alte Post

Dormagen : Ärger um Galerie Alte Post

Wegen Mängeln beim Brandschutz mussten Bewohner des Geschäfts- und Wohnhauses Galerie Alte Post am Kappesberg vorübergehend aus ihren Wohnungen ausziehen. Die Bauaufsicht der Stadt hatte das verfügt.

Als Lückenschluss zur südlichen Kölner Straße und Vorzeigeprojekt wurde die Galerie Alte Post bereits vor Baubeginn gelobt. Der Schandfleck Kappesberg verschwand und bekam durch das neue Geschäfts- und Wohnhaus der Familie Allard eine attraktive Nutzung. Doch kurz nachdem die ersten Bewohner ihre Eigentumswohnungen bezogen hatten, stoppte die Bauaufsicht der Stadt Dormagen die anfängliche Euphorie. "Drei Eigentümer mussten das Haus für bis zu drei Wochen verlassen", gab Jürgen Allard gestern gegenüber der NGZ an. Mittlerweile ist der Bau abgenommen, die Odyssee für die Bewohner beendet.

"Beim ersten Abnahmetermin gab es die ein oder andere Meinungsverschiedenheit zum Brandschutz", sagt Jürgen Allard. Vier Wohnungen wurden daraufhin versiegelt. Kein Wohnungseigentümer durfte in seinem neuen Heim schlafen. "Wir haben die Bewohner im Hotel Schloss Friedestrom und im Höttche untergebracht", erklärt der Bauunternehmer. Besonders anstrengend war das Hin und Her rund um die Bauabnahme — das etwa fünf Wochen dauerte — für einen schwer kranken Bewohner. "Der Mann stand vor einer Operation an einem Hirntumor. Auch er und seine Frau mussten umziehen", ergänzt Allard. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann ist der Sachverhalt bekannt: "Die betroffene Ehefrau kam zur Bürgermeistersprechstunde, unter Tränen." Sie wollte in ihre neue Wohnung und so viel Ruhe für ihren Mann wie möglich. Doch das konnte die Stadt nach Hoffmanns Angaben aufgrund der Mängel nicht verantworten. Während des Eurovision Song Contest, der dafür sorgte, dass alle Hotelzimmer im Stadtgebiet längst ausgebucht waren, musste das betroffene Ehepaar laut Jürgen Allard dann noch einmal zur eigenen Tochter umziehen.

Inzwischen ist der Bau abgenommen. Am 5. Mai gab es einen erneuten Termin mit der Bauaufsicht, die unter anderem bemängelt hatte, dass Brandbeschleuniger wie Pappen und Styropor noch im Treppenhaus lagerten oder als Schutz für den Marmor im Flur verwendet wurden. Zudem seien Teile der Baustelle im inneren des Hauses nicht genügend gesichert gewesen. "Die Wohnungen werden nach und nach fertig. So wird in einigen Abschnitten eingezogen, in anderen noch gebaut. Das ist ganz normal", sagt Jürgen Allard. Doch er gibt zu: "Die Bewohner sind früher eingezogen als eigentlich geplant. Als Einzugstermin wurde der 31. Mai vereinbart. Die ersten Bewohner sind jedoch bereits Anfang Mai eingezogen", ergänzt er.

Stadtsprecher Harald Schlimgen bestätigt, dass die Mängel nun behoben sind: "Die zwischenzeitliche Sperrung ist aufgehoben", sagt er.

(NGZ)